• 22.03.2013, 09:21:06
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Zurück zum Sonntagsbraten! Qualität statt kranke Massenware

GLOBAL 2000-Fleischatlas zeigt auf: Fleischkonsum in Österreich hat gravierende internationale Auswirkungen

Utl.:
GLOBAL 2000-Fleischatlas zeigt auf: Fleischkonsum in
Österreich hat gravierende internationale Auswirkungen =

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 macht deutlich,
dass der hohe Fleischkonsum mit gravierenden Umweltschäden,
Gesundheitsgefahren, Menschenrechtsverletzungen, Tierleid und
Konsumententäuschung einhergeht. Der aktuelle Report "Zurück zum
Sonntagsbraten" führt diese Probleme vor Augen und beleuchtet auch
die "Fleischskandale" der vergangenen Jahre. "Wir essen viel zu viel
Fleisch, das bestätigen sowohl Ernährungsexperten als auch
Klimaforscher. Die Fleischproduktion trägt zu einem erheblichen Teil
zum Klimawandel bei und auch der Wasserverbrauch bei der Produktion
ist enorm", sagt Heidemarie Porstner, Landwirtschaftssprecherin bei
GLOBAL 2000. Im Jahr 2011 wurden in Österreich insgesamt 927.500
Tonnen Fleisch produziert. "Die ÖsterreicherInnen verzehren rund 65
kg pro Kopf und Jahr, wobei Fleisch in Fertigprodukten gar nicht
mitgerechnet ist. Die meisten ÖsterreicherInnen essen also pro Woche
etwa 1,25 kg Fleisch, und das alleine von in Österreich
geschlachteten Tieren", rechnet Porstner vor. Von
ErnährungsexpertInnen und ÄrtInnen werden maximal 300 - 600 Gramm
empfohlen.

Die Massen-Fleischproduktion erfordert riesige Mengen an Soja. "Der
riesige Fleischhunger Europas und anderer Industrieregionen der Welt
hat in den Länder des Südens zu einer Änderung der Landnutzung bzw.
zu Landraub geführt, wodurch die Menschen vor Ort die Flächen für den
Anbau von Lebensmitteln für ihren täglichen Bedarf verloren haben.
"Die EU importiert rund 20 Millionen Hektar Land aus Lateinamerika.
Während Schweine, Rinder, Hühner und Puten in europäischen Ställen
immer fetter werden, sitzen Familien in Argentinien oder Brasilien
vor leeren Tellern", fasst Porstner die alarmierende Situation
zusammen.

Für den Anbau von Futtermitteln wurde bereits ein Fünftel der
tropischen Regenwälder gerodet. "Auch österreichische Rinder,
Schweine und Hühner fressen indirekt den für das Weltklima
notwendigen Regenwald", kritisiert Porstner. Österreichs Tiere
fressen jährlich rund 570.000 Tonnen Sojaschrot und 100.000 Tonnen
Sojabohnen. Ein beträchtlicher Anteil wird aus Argentinien und
Brasilien importiert, wo große Regenwaldflächen dem Sojaanbau weichen
müssen. "90 Prozent des importierten Sojas ist zudem gentechnisch
verändert", erklärt Porstner.

"Billiges" Fleisch kommt teuer

Das vermeintlich billige Fleisch kostet die ÖsterreicherInnen im
Endeffekt aber wesentlich mehr, als es auf den ersten Blick scheint.
"Durch die intensive Tierhaltung entstehen erhebliche Umweltschäden.
Böden werden überdüngt, der Nitratgehalt im Grundwasser steigt.
Aufwändige Sanierungsmaßnahmen von Wasser und Böden werden notwendig.
Das wird alles aus Steuergeldern bezahlt. Gleichzeitig steckt die EU
jährlich 240 Millionen Euro direkt in die Fleisch verarbeitende
Industrie und schafft weitere Anreize für Massentierhaltung",
kritisiert Porstner. Der Weg aus diesem Desaster lässt sich mit der
Forderung "Zurück zum Sonntagsbraten" beschreiben, damit Fleisch
etwas Besonderes darstellt und nicht minderwertige Massenware. "Wer
nicht auf Fleisch verzichtet, sollte es lieber seltener, aber dafür
ein Stück Qualität aus biologischer Tierzucht genießen", rät
Porstner.

Hintergrundinformationen, Daten und Fakten zur Fleischproduktion
finden Sie im neu erschienenen GLOBAL 2000-Fleischatlas "Zurück zum
Sonntagsbraten" auf www.global2000.at

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