• 21.03.2013, 09:55:03
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  • OTS0056 OTW0056

Neue Studie: Gefahr von Missbildungen und Fortpflanzungsschäden durch hormonell wirksame Pestizide

39 hormonell wirksame Pestizide für österreichische Landwirtschaft und Privatgartenbereich zugelassen

Utl.: 39 hormonell wirksame Pestizide für österreichische
Landwirtschaft und Privatgartenbereich zugelassen =

Wien (OTS) - Beschäftigte in Gärtnereien und in der Landwirtschaft
sowie deren Kinder haben ein erhöhtes Risiko für Missbildungen der
Geschlechtsorgane und für Störungen des Fortpflanzungssystems. Dies
ist das Ergebnis einer gestern vom Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.
(PAN) präsentierten Studie, die anhand von Untersuchungen aus
Dänemark, Spanien und Brasilien den Zusammenhang zwischen dem
beruflichen Kontakt mit hormonell wirksamen Pestiziden und
Schädigungen des Fortpflanzungsapparats aufzeigt. "Diese Ergebnisse
sind besorgniserregend, aber keineswegs überraschend", bringt Dr.
Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, die
Studienergebnisse auf den Punkt. "Verfrühte Pubertät bei Mädchen,
Hodenhochstand bei Buben und verminderte Fortpflanzungsfähigkeit
zählen zu den wissenschaftlich belegten Auswirkungen hormonell
wirksamer Chemikalien. Zunehmend werden diese Stoffe auch mit Hoden-,
Prostata-, und Brustkrebs in Zusammenhang gebracht, sowie mit
neurologischen Störungen, Diabetes und Fettleibigkeit."

Trotz massiver Widerstände aus den Reihen der agrochemischen
Industrie hat die Europäische Union daher im Jahr 2009 im Zuge der
neuen EU-Pestizidverordnung 1107/2009 ein generelles Verbot für
hormonell wirksame Pestizide beschlossen. Diese für den Schutz von
Umwelt und Gesundheit so essentielle Weichenstellung blieb aber bis
heute ohne Wirkung, da die EU bis zum heutigen Tag noch keine
Kriterien zur Identifizierung hormonell wirksamer Pestizide auf den
Tisch gelegt hat. "Doch bevor das nicht passiert, wird kein einziges
hormonell wirksames Pestizid seine Zulassung verlieren", sagt
Burtscher.

Das erklärt, weshalb laut vorliegender PAN-Studie immer noch 51 in
der wissenschaftlichen Literatur als hormonell wirksam beschriebene
Pestizidwirkstoffe in diversen EU-Staaten angewendet werden dürfen.
GLOBAL 2000 hat recherchiert, dass alleine in Österreich 39 davon
zugelassen sind, und somit ein inakzeptables Risiko für die Umwelt
und vor allem auch für die Gesundheit der LandwirtInnen und
HobbygärtnerInnen darstellen.

GLOBAL 2000 warnt daher vor allem im privaten Bereich eindringlich
von der Verwendung chemisch-synthetischer Pestizide, insbesondere
dann, wenn diese Produkte Chemikalien enthalten, die als hormonell
wirksam gelten. Burtscher sagt: "Es besteht keinerlei Notwendigkeit,
die Gesundheitsgefährdung zu riskieren, da ausreichend alternative
Produkte verfügbar sind, die auf natürliche Weise die Pflanzen gesund
halten."

Die PAN-Studie "Endokrone Wirkung von Pestiziden auf Landarbeiter und
auf Beschäftigte in Gewächshauskulturen und Gärtnereien" finden Sie
auf www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

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