• 20.03.2013, 11:45:29
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EU-Agrarreform: Von Nachhaltigkeit und Ökologisierung weit entfernt

GLOBAL 2000 kommentiert Reform als nicht ausreichend

Utl.: GLOBAL 2000 kommentiert Reform als nicht ausreichend =

Wien (OTS) - In der vergangenen Nacht kam es im EU-Ministerrat zu
einer Einigung in Bezug auf die Europäische Agrarreform. Heidemarie
Porstner, Agrarsprecherin von GLOBAL 2000, betont: "Die ursprüngliche
Idee der Reform, Landwirtschaft in Europa generell nachhaltiger und
ökologischer zu gestalten, wurde durch diverse Änderungsanträge
weitgehend aufgeweicht. Von einer Neuorientierung in Richtung
Nachhaltigkeit und Ökologisierung ist man dadurch leider immer noch
weit entfernt." Zwar werden jetzt dreißig Prozent der Direktzahlungen
an die sogenannte Greening-Maßnahmen geknüpft, aus Sicht von GLOBAL
2000 wäre aber eine hundertprozentige Bindung notwendig gewesen, um
wirklich eine Wende in der Landwirtschaft einzuleiten.

Auch die so wichtigen ökologischen Vorrangflächen wurden zwar auf
fünf Prozent angehoben (der Agrarausschuss hatte drei Prozent
gefordert). Diese Flächen sollen dazu dienen, die Biodiversität in
Europa in der Landwirtschaft zu fördern. Porstner betont: "Die
Europäische Union hat sich als Ziel gesetzt, die Biodiversität bis
2020 um 15 Prozent anzuheben. Mit einer Anhebung der Vorrangflächen
auf fünf Prozent geht sich das aber rein rechnerisch nicht aus.
Außerdem sollen die Flächen nicht der Natur, beispielsweise in Form
von Blühstreifen, zurückgegeben werden, sondern lediglich mit
nachhaltigeren Anbauweisen weiterhin bewirtschaftet werden. Um
wirklich die Biodiversität zu fördern, sind mindestens zehn Prozent
Vorrangflächen notwendig." Dass es nur zu einer Einigung auf fünf
Prozent kam, ist für Porstner enttäuschend: "Die entsprechenden
Forderungen sind recht klar auf die Agrarlobby zurückzuführen. Auch
in Österreich sieht man diese Flächen als Verlust für Produktivität
der Landwirtschaft und spricht fälschlicherweise von
Flächenstillegung."

Bis Juni soll es gemeinsam mit dem Europäischen Parlament eine
endgültige Einigung für die GAP 2014-20 geben. "Hoffnung auf eine
wirklich ökologische Landwirtschaft wird es wohl erst wieder für die
nächste Agrarreform nach 2020 geben", zeigt sich Porstner enttäuscht.

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