• 18.03.2013, 16:48:09
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Jean-Claude Juncker sieht keine Alternativen zum Euro

Barbara Prammer trifft Luxemburgs Premierminister im Parlament

Utl.: Barbara Prammer trifft Luxemburgs Premierminister im Parlament =

Wien (PK) - Der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker
bekannte sich heute mit Nachdruck zum Euro - trotz der, wie er sagte,
akuten Unzulänglichkeiten der Gemeinschaftswährung. Bei einem Treffen
mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und den Abgeordneten
Josef Cap (S), Karlheinz Kopf (V), Heinz-Christian Strache (F),
Werner Kogler (G) und Christoph Hagen (T) im Parlament warnte er,
sämtliche Alternativen zum Euro wären mit großen Gefahren für die
Realwirtschaft verbunden und würden sich verheerend auf das
europäische Währungsgefüge auswirken. Ohne den Euro müsste Europa mit
17 nationalen Währungen im internationalen Wettbewerb antreten und
würde global nicht wahrgenommen werden. Man sollte daher vielmehr
darüber nachdenken, was man besser machen könnten, damit man über
Alternativen zum Euro gar nicht erst nachdenken muss, gab Juncker zu
bedenken.

"Betrübt" zeigte sich der luxemburgische Premier über die seiner
Meinung nach sozial verfehlte Heranziehung der kleinen zyprischen
Sparer und plädierte für eine stärkere Belastung der großen Anleger.
Allein der Umstand, dass ein Paket geschnürt wurde, sei aber positiv
zu bewerten, gehe es doch darum, den Brand rasch zu löschen, bevor er
sich weiter ausbreitet, sagte er. Entschieden trat Juncker in diesem
Zusammenhang Forderungen entgegen, einzelne Staaten pleite gehen zu
lassen. Wenn man dies einmal bei einem Land zulässt, dann bringt man
das Gesamtgefüge in Gefahr, warnte er.

Den Grund für die Euro-Krise ortete Juncker im Auseinanderdriften von
realen Lohnzuwächsen und effektiver Produktivitätssteigerung, wobei
er anmerkte, man habe bei der Konstruktion der Währungsunion zu wenig
auf den architektonischen Unterbau geachtet. Versagt hätten aber auch
die Finanzmärkte, die es den nunmehrigen Krisenstaaten ermöglicht
hatten, jene Zinssätze in Anspruch zu nehmen, die man Deutschland
verrechnete. Trotzdem habe sich der Stabilitätskurs in Europa
bewährt, betonte Juncker, meinte aber, in einer rezessiven Phase
müsse man akzeptieren, dass einige Staaten die Defizitgrenze von 3 %
überschreiten.

Was die Zukunft der Union betrifft, unterstrich Juncker seine
Ablehnung eines Modells der Vereinigten Staaten von Europa. Die EU
dürfe kein Schmelztiegel ohne regionale Nuancierungen werden. Es
gelte deshalb, Abschied zu nehmen von romantisierenden Entwürfen, die
an den Menschen vorbeigehen, fügte er an.(Schluss) hof

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