• 08.03.2013, 10:50:30
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GLOBAL 2000 hat Hinweise auf zentrale Rolle Österreichs bei Abschwächung des Kommissionsvorschlags

Bienensterben: Agrar-Lobby will Verbot von bienengiftigen Pestiziden verhindern

Utl.: Bienensterben: Agrar-Lobby will Verbot von bienengiftigen
Pestiziden verhindern =

Wien (OTS) - Ein der österreichischen Umweltorganisation GLOBAL 2000
vorliegender Brief der europäischen landwirtschaftlichen
Dachorganisation COPA-COGECA gibt besorgniserregende Einblicke in die
Verhandlungen um das Anwendungsverbot bienengiftiger Pestizide, das
am 14. März abgestimmt werden soll. Anstelle des von der
EU-Kommission vorgeschlagenen Verbots für all jene
Pestizidanwendungen, denen die Zulassungbehörde EFSA ein "nicht
akzeptables Risiko für Bienen" attestiert hatte, drängt die
Agrar-Lobby auf "mögliche wirksame Abmilderungsmaßnahmen" zum Schutz
der Bienen.

Als Vorbild für die Wirksamkeit solcher Abmilderungsmaßnahmen soll
Österreich mit seinem MELISSA-Projekt herhalten. "Das ist an
Absurdität nicht mehr zu überbieten!" sagt Dr. Helmut Burtscher,
Umweltchemiker von GLOBAL 2000. "Die in Österreich 2009 eingeführten
"Abmilderungsmaßnahmen" konnten das Bienensterben nicht im Geringsten
aufhalten. Den österreichischen Imkern sterben weiterhin Jahr für
Jahr die Bienen weg. Am stärksten grassiert das Bienensterben in den
Regionen, wo unter Einsatz dieser bienengefährlichen Pestizide
intensiv Mais angebaut wird, trotz dieser Abmilderungsmaßnahmen."

Denn im Gegensatz zu Deutschland, Slowenien und Italien, wo diese
Mittel seit 2008 verboten sind, setzt Landwirtschaftsminister
Berlakovich in Österreich auf niedrigere Grenzwerte für den
sogenannten "Abrieb" des Pestizidstaubs und auf spezielle Auflagen,
welche die Staubbildung bei der Aussaat verringern sollen. Die
fehlende Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist mittlerweile auch durch das
umfassende italienische Forschungsprojekt APINET wissenschaftlich
bestätigt und schlüssig erklärt worden. Nichtsdestotrotz werden
Vertreter der Landwirtschaftskammern nicht müde, diese
Abmilderungsmaßnahmen als effektiv und ausreichend darzustellen. Der
ÖVP-Umweltsprecher und niederösterreichische
Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes ging Ende Jänner
sogar soweit, Österreich als "Vorreiter und Vorbild für alle
EU-Länder im Bienenschutz" zu bezeichnen. Helmut Burtscher erklärt:
"Was viele Beobachter damals als hartnäckige Realitätsverweigerung
eines Unbelehrbaren abgetan haben - zumal die Unzulänglichkeit der
österreichischen Vorgehensweise wenige Tage zuvor durch die EFSA
-Stellungnahme offengelegt wurde - muss angesichts der aktuellen
Entwicklungen als integraler Baustein einer Strategie der
europäischen Agrar-Lobby angesehen werden. Ziel ist es, die
bienengefährlichen Pestizide um jeden Preis am Markt zu halten."

"Berlakovich, der nicht müde wird, Österreich als vorbildliches
Umweltmusterland anzupreisen, muss sich endlich aus der Umklammerung
der Landwirtschaftskammern lösen und seine Verantwortung als Umwelt -
und Landwirtschaftsminister wahrnehmen, um diesem Spuk ein Ende zu
bereiten", sagt Burtscher.

Der Österreichische Imkerbund hat auf Anfrage von GLOBAL 2000
klargestellt, dass "sich der österreichische Weg als untauglich zum
Schutz der Bienen erwiesen hat. Nur der Anwendungsverzicht schützt
die Bienen." Dies hat der Imkerbund in einem offiziellen Schreiben
dem zuständigen EU-Kommissar Toni Borg mitgeteilt.

GLOBAL 2000 hat vor zwei Tagen eine Petition an Minister Berlakovich
lanciert, in der dieser aufgefordert wird, für die von der
EU-Kommission vorgeschlagene Anwendungsverbote einzutreten. Bis dato
haben schon 4.000 Menschen diese Forderung unterschrieben.

Das Schreiben der COPA-COGECA steht auf www.global2000.at als
Download zur Verfügung.

Bei Rückfragen:
DI Dr. Helmut Burtscher, GLOBAL 2000, +43 699 14 2000 34
Mag. Maximilian Liedlbauer, Obmann des Österr. Imkerbundes, +43 664
733 44 540

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