• 04.02.2013, 13:13:29
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10 Jahre stopFGM - Heinisch-Hosek und Bayr stellen Erfolge und weitere Schritte gegen weibliche Genitalverstümmelung vor

Bis zu 90 Prozent der Frauen in 28 afrikanischen Staaten von FGM betroffen - Bisherige Initiativen zeigen Erfolg - Umfassende Datenerhebungen erforderlich

Utl.: Bis zu 90 Prozent der Frauen in 28 afrikanischen Staaten von
FGM betroffen - Bisherige Initiativen zeigen Erfolg -
Umfassende Datenerhebungen erforderlich =

Wien (OTS/SK) - Seit zehn Jahren besteht die Österreichische
Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung "stopFGM" (FGM =
Female Genital Mutilation, weibliche Genitalverstümmelung,
www.stopFGM.net). In einer gemeinsamen Pressekonferenz resümierten
SPÖ-Entwicklungssprecherin und Sprecherin der Plattform Petra Bayr,
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sandra Pfleger,
ehemalige Mitarbeiterin des Instituts EIGE (European Institute for
Gender Equality), über die bisherigen Erfolge und nächsten Schritten
der Initiative. Die Aktivitäten gegen FGM zeigen Wirkung: "Es ist
schon viel passiert, die Zahlen gehen nachweislich hinunter", betonte
Bayr. In vielen Familien und Dörfern setzt ein Umdenken ein.
Mangelhaft sei allerdings die Datenlage - umfassende, weltweite
Erhebungen, vor allem im asiatischen Raum, seien dringend
erforderlich. "Nur so können wir gezielt auf die in Österreich
lebenden Frauen aus diesen Kulturkreisen eingehen", betonte Bayr.
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Vor zehn Jahren wurde auf der Konferenz "Zero Tolerance to FGM" in
Addis Abbeba der Internationale Gedenktag gegen FGM (6. Februar)
ausgerufen - der Anstoß zur Gründung der Plattform stopFGM in
Österreich. Die Initiative stopFGM hat als ersten Schritt die
Grundlagen zu FGM in die Hebammenausbildung integriert; danach wurden
auch Info-Veranstaltungen für Ärztinnen und Ärzte organisiert. "Die
meisten in Österreich lebenden, betroffenen Mädchen werden in den
Schulferien in ihrem Heimatland verstümmelt", erklärte die
SPÖ-Entwicklungssprecherin. Wichtig sei zu vermitteln, dass diese
Tradition keineswegs religiös geboten ist.

Weiterbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen, ein Infofolder für
Eltern, der in mehreren Sprachen in Arztpraxen aufliegt, und andere
Maßnahmen klären über FGM auf. Auf Initiative von Frauenministerin
Heinisch-Hosek wurden auch Weiterbildungen für Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von Frauenberatungsstellen ermöglicht. "Österreich gilt
mit seinen Aktivitäten als best practice-Beispiel", unterstrich Petr
Bayr. Bayr fordert als Vorsitzende des entwicklungspolitischen
Unterausschusses im Parlament auch mehr Mittel für die reproduktive
Gesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

"Frauenrechtsverletzungen sind Menschenrechtsverletzungen", betonte
Frauenministerin Heinisch-Hosek. Weltweit sind 155 Mio. Frauen von
FGM betroffen, vor allem in Afrika, aber auch im Mittleren Osten,
Mexiko oder Peru. "Oft sind Frauen aus diesen Ländern in Österreich,
um ein neues Leben zu beginnen. Hier stellt sich die Frage, wie wir
ihre Töchter vor FGM bewahren und sicherstellen können, dass dieser
Tradition Einhalt geboten wird." Die Ministerin hat im Jahr 2012
Einrichtungen, die sich mit diesem Thema befassen, mit rund 90.000
Euro subventioniert.

Es würden auch Gespräche mit dem Gesundheitsministerium geführt, das
Thema etwa bei den Untersuchungen im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zu
integrieren. Von zentraler Bedeutung sei es, Hebammen und andere
Berufsgruppen sowie die Opferschutzgruppen in Krankenhäusern zu
schulen und zu sensibilisieren und schon in der Ärzteausbildung
anzusetzen. "Wir wollen das Thema auch in der Öffentlichkeit aus der
Tabuzone holen", betonte die Ministerin. Am 11. März findet eine
Veranstaltung zum Thema "Migration von Frauen und strukturelle
Gewalt" im Europahaus statt. "Auch in Zukunft gilt es, Frauen und
Mädchen vor dieser Menschenrechtsverletzung, vor dieser Gewalt, zu
schützen", fasste die Frauenministerin zusammen und sprach Petra Bayr
und allen "Mitstreiterinnen" ihren Dank aus.

Im Jahr 2012 hat das European Institute for Gender Equality im
Auftrag von EU-Kommissarin Reding eine EU-weite Studie zu FGM
durchgeführt. Sandra Pfleger, die Mitarbeiterin des Instituts war,
erklärte, dass das Thema FGM auf EU-Ebene von mehreren Seiten
aufgegriffen wird. "Alle haben die Forderung nach einer adäquaten
Datensammlung gemein", sagte Pfleger. Die Ergebnisse der Studie
werden im März präsentiert.

SERVICE: Nähere Infos zur Plattform FGM und der Studie unter
http://www.spoe.at/bilder/d282/2013-02-04_PK_10_Jahre_stopFGM.pdf
Bilder zur Pressekonferenz stehen unter
http://www.flickr.com/photos/sozialdemokratie/sets/72157632687521148
zur Verfügung. (Schluss) bj/mo

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