- 30.01.2013, 18:27:42
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Nationalrat - Bayr: Wasser ist Überlebensmittel
Wien (OTS/SK) - Der Schutz der öffentlichen Wasserversorgung braucht
den politischen Willen, sagt SPÖ-Bereichssprecherin für globale
Entwicklung, Petra Bayr, bei der heutigen Debatte im Nationalrat.
Liberalisierungen im Bereich der Daseinsvorsorge seien katastrophal
für die Menschen. ****
"Wasser ist nicht nur Grundnahrungsmittel, ist nicht nur
Lebensmittel, sondern ist Überlebensmittel", so Bayr. Jahrzehntelang
konnte beobachtet werden, wie der IWF und die Weltbank
Entwicklungsländer gezwungen haben, Leistungen der Daseinsvorsorge,
vor allem der Wasserversorgung zu liberalisieren. Die Konsequenzen
waren fatal, es sind vor allem die Preise gestiegen und die Qualität
gesunken. Dies war gut für die profitierenden Konzerne, aber eine
lebensbedrohliche Katastrophe für die betroffenen Menschen.
Sie selbst sei stolz darauf, so Bayr, 2001 federführend als stv.
Umweltausschuss-Vorsitzende im Wiener Gemeinderat daran mitgewirkt zu
haben, dass die Wiener Wasserversorgung unter Verfassungsschutz
gestellt wurde. Aktuell sei gerade im Gemeinderat ein
Allparteienantrag beschlossen worden, der die Bundesregierung dazu
auffordere, auch auf Bundesebene das Wasser unter Schutz zu stellen
und die Gebietskörperschaften dabei zu unterstützen. Mit dem
aktuellen Entschließungsantrag der Regierungsparteien würde genau
diesem Auftrag auch nachgekommen, so Bayr.
Bayr erklärte ihren Respekt vor der politischen Entscheidung in den
1860er-Jahren, als der Bau der ersten Hochquellwasserleitung für Wien
beschlossen wurde, welche seit bald 140 Jahren Wien mit Trinkwasser
versorgt. Die Wiener Wasserversorgung bringt 380 Millionen Liter
sauberes Trinkwasser pro Tag nach Wien, eine Voraussetzung dafür ist
die nachhaltige Bewirtschaftung der Quellschutzgebiete, welche
alleine jährlich 15 Millionen koste. Die Wasserkosten mit 1,73 Euro
pro Kubikmeter seien im internationalen Vergleich absolut
kostengünstig, wie Bayr erläuterte.
Der politische Wille sei im Bereich der Daseinsvorsorge wichtig,
betonte Bayr, die deshalb auf breite Unterstützung des Antrags der
Regierungsparteien hofft "denn eine Liberalisierung wäre ein
Verbrechen an der Gesundheit und an der Lebensqualität der Menschen".
(Schluss) gbb/gd
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