• 23.01.2013, 12:22:01
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Jarolim: Jäger-Präpotenz darf nicht Leben gefährden

Gesetzliche Vermeidung weiterer Todesopfer eine Selbstverständlichkeit

Utl.: Gesetzliche Vermeidung weiterer Todesopfer eine
Selbstverständlichkeit =

Wien (OTS/SK) - Fassungslos ist der Justizsprecher der SPÖ, Hannes
Jarolim, dass es nach Ansicht des niederösterreichischen
Geschäftsführers des Landesjagdverbandes, Peter Lebersborger, keine
gesetzlichen Regelungen geben soll, die ein ähnliches Geschehen wie
den tragischen Vorfall, bei welchem ein junger Treiber erschossen
wurde, verhindern würden. "Es kann nicht angehen, dass im Rahmen des
Vergnügens einer offensichtlich in welchem Ausmaß auch immer
illuminierten Jagdgesellschaft und der daraus resultierenden Wirkung
auf die persönliche Verhaltensfähigkeit von Menschen, ein seine
Einkommenssituation aufbessernder Jagdtreiben zu Schaden oder gar zu
Tode kommt." Es sei "ein Zynismus der seinesgleichen sucht, wenn
nunmehr an die Eigenverantwortlichkeit der Jäger appelliert wird,
keine Jagdteilnehmer mehr an- bzw. zu erschießen und dies ernsthaft
der Öffentlichkeit als approbate Alternative zu einer gesetzlich
strengeren Regelung präsentiert wird", sagte Jarolim. ****

"Ich weiß, dass in so manchen Bereichen Österreichs die Verhältnisse
etwas anders sind als im restlichen Land. Dass aber Jagdtreiber keine
Menschen zweiter Klasse sind und daher strengen gesetzlichen Schutz
genießen sollen, dürfte ja allgemein außer Streit stehen", betonte
Jarolim am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Der
SPÖ-Justizsprecher glaube auch nicht, dass es vernünftig sei,
Betroffene selbst nach Lösungsansätzen zu befragen, "wenn man etwa
die unglaublichen Ausführen von Herrn Lebersborger betrachtet".
Nunmehr seien die staatlichen Stellen gefordert, unverzügliche
rechtliche Schritte einzuleiten.

Jarolim: "Ich ersuche in diesem Sinne die Frau Innenministerin,
umgehend darauf einzuwirken, dass unabhängig von den Ansichten
einzelner Landsleute Vorschläge zum bundesweiten Schutz von Menschen
bei Jagdauftrieben ausgearbeitet werden. Hierbei gilt es nicht nur an
die bestehende und offenkundige unzureichende Gesetzeslage zu denken,
sondern Vorschläge zu neuen Gesetzen darzulegen, mit denen leider
immer wieder stattfindende tragische Vorkommnisse zumindest
weitestgehend zurückgedrängt werden können."

"Herrn Landeshauptmann Pröll ersuche ich, in einer klaren
Stellungnahme den Ausführungen des Herrn Lebersborger eine Absage zu
erteilt und im Sinne des Schutzes der Menschen in Niederösterreich
umgehende Maßnahmen zur Verbesserung des Jagdbetriebes auch im Sinne
seines Neffen und Landesjägermeister Josef Pröll zu unterstützen",
schloss Jarolim. (Schluss) up/mo

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