Serie von Jagd-"Unfällen": Wann gibt es endlich politische Konsequenzen?
Grausamer Jagd-Zwischenfall auch in Laaben, NÖ
Laaben (OTS) - Der am Samstag im Bezirk Mistelbach bei einer
Treibjagd von einem - laut Polizeibericht - alkoholisierten Jäger
erschossene 21-jährige Treiber ist nur die Spitze des Eisberges in
einer Serie von Jagdunfällen der vergangenen Monate. Der Treiber
wurde vom 55-jährigen Jäger - laut Jagdverband - angeblich "mit einem
Wildschwein verwechselt". Dieser Jäger muß bei einer Verurteilung,
die noch in den Sternen steht, mit max. einem Jahr Haft wegen
fahrlässiger Tötung rechnen! Aber das ist nur der Höhepunkt einer
tragischen "Unfall"-Serie, nachdem in OÖ erst vergangenen Freitag ein
Jäger bei einer Fuchsjagd durch Schrotkugeln im Gesicht verletzt
worden ist. Seit November letzten Jahres wurden mehrere Menschen -
und einmal sogar ein Fohlen - angeschossen und schwer verletzt.
Dazu Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann des Vereins ANIMAL
SPIRIT: "Wann wird es nach all den tragischen "Jagd-Unfällen" endlich
politische Konsequenzen geben und der Besitz von Jagdwaffen zumindest
genauso streng geregelt werden wie normaler Waffenbesitz? Wir
schließen uns vollinhaltlich der Forderung des Österreichischen
Tierschutzvereins an, der in der heutigen Presseaussendung
(http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20130122_OTS0078) die
Null-Promille-Grenze bei der Jagdausübung sowie eine verpflichtende
psychologische Verläßlichkeitsprüfung für Jäger verlangt, wie dies
für normale Waffenpaßbesitzer längst umgesetzt ist. Davon sind
allerdings Jäger wieder einmal ausgenommen, genauso wie das jeweilige
Landes-Jagdgesetz nicht dem bundesweiten Tierschutzgesetz unterliegt.
Grausamste Tierquälereien - wie etwa die unten beschriebene Baujagd -
sind daher nach wie vor geduldet und sogar, wegen angeblicher
"Waidgerechtigkeit", erlaubt".
Wie der niederösterreichische Tierschutzverein ANIMAL SPIRIT
soeben erfahren hat, gab es kürzlich auch in der Gemeinde Laaben,
einem intensiven Jagdgebiet, wieder einmal - nach mehreren Abschüssen
von zutraulichen, nicht wildernden Haushunden - einen grausamen
Zwischenfall bei einer Baujagd auf dem Grund einer pensionierten
Landwirtin: 2 Jagd-Terrier wurden in Dachsbaue gehetzt, um dort diese
seltenen und scheuen Tiere herauszujagen, woraufhin die Hunde unter
der Erde vom panischen Wildtier zu Tode gebissen wurden. Daraufhin
wurden 2 weitere Jagd-Hunde in einen Bau getrieben, woraufhin dieser
Bau eingestürzt ist und die Hunde immerhin - aber verletzt - mithilfe
eines Baggers geborgen werden konnten. Das hindert die örtliche
Jägerschaft aber dennoch nicht daran, mit den Treib- und Baujagden
sowie den illegalen Haustier-Abschüssen fortzufahren.
Dr. Plank abschließend: "Selbst in den waffenstrotzenden USA hat
bereits ein Umdenken eingesetzt und die Waffengesetze werden derzeit
- nach einer Serie von jüngsten Amokläufen - zumindest verschärft.
Wann wird es auch in Österreich dazu kommen, daß die 120.000
Jagdkartenbesitzer, welche hierzulande die meisten Waffen besitzen
und somit das größte Gefährdungspotential für Mensch und Tier
darstellen, endlich an die Kandare genommen und strenger kontrolliert
werden - z.B. durch verpflichtende regelmäßige Psychotests und
Alkoholkontrollen? Wohl nicht, solange viele Politiker, Banker und
Lobbyisten selber noch allzu gerne zur Waffe greifen."
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: 0676 708 24 34
office@animal-spirit.at
http://www.animal-spirit.at














