- 17.01.2013, 12:30:39
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Gesundheitskompetenz vorhanden, aber nicht immer gewünscht
ÖGB/ARGE/FGV-Vorsitzender Josef Zellhofer zum 3. Tag der Gesundheitsberufe
Utl.: ÖGB/ARGE/FGV-Vorsitzender Josef Zellhofer zum 3. Tag der
Gesundheitsberufe =
Wien (OTS/ÖGB) - "Die Beschäftigten in den Gesundheitsberufen haben
Kompetenz, ob dies vom Dienstgeber immer gewünscht ist, daran zweifle
ich", stellte Josef Zellhofer, Vorsitzender der ÖGB/ARGE/FGV
Gesundheits- und Sozialberufe, bei der heutigen Konferenz
"Gesundheitskompetenz in den Gesundheitsberufen" anlässlich des 3.
Tages der Gesundheitsberufe in der AK-Wien fest.++++
Mit der Gesundheitskompetenz der ÖsterreicherInnen stehe es nicht zum
Besten, das hat eine erst diese Woche veröffentlichte Studie der
Gesundheitsberufe-Konferenz ergeben. Es fehle vor allem an
verständlicher Information. Dies sei alarmierend, denn wer gut
informiert ist und die eigene Gesundheit selbst in die Hand nimmt,
lebt länger und kann mit Krankheiten besser umgehen. Zellhofer: "Die
Beschäftigten in den Gesundheitsberufen sind in der Lage die
notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, allerdings fehlt es oft an der
dafür notwendigen Zeit. Dazu kommt noch, dass die MitarbeiterInnen
unter einer enormen Arbeitsbelastung leiden, sehr oft auch zum
Nachteil ihrer eigenen Gesundheit."
Als Gründe dafür nannte der ARGE-Vorsitzende, dass Gesundheit als
Kosten- und nicht als Wirtschaftsfaktor gesehen werde. Gleichzeitig
herrsche in den DirektorInnen-Etagen der verschiedenen
Gesundheitseinrichtungen oft Kurzsichtigkeit statt Langfristdenken.
Zellhofer: "Es wird völlig verdrängt, dass der Anteil der
öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben derzeit etwa 12 Prozent
des Bruttoinlandsproduktes beträgt und jeder fünfte Euro an
Wirtschaftsleistung in Gesundheitsbereich und durch von diesem
ausgelösten Wirtschaftsaktivitäten erzielt wird."
Der ARGE-Vorsitzende hält es für unvernünftig wie derzeit mit den
Beschäftigten in den Gesundheitsberufen umgegangen werde. Zellhofer:
"Die Arbeitsbedingungen werden bis an die Belastungsgrenzen
verschlechtert, die Zeit zur Kompetenzweitergabe gestrichen und am
Ende nennt man das womöglich auch noch Gesundheitsreform. Das kann
und darf es nicht sein." Jedenfalls, so der ARGE-Vorsitzende, müsse
endlich ein radikales Umdenken eingeleitet werden und warnte davor,
dass die aktuelle beschlossenen Maßnahmen im Gesundheitssystem als
"Weisheit letzter Schluss" zu sehen. Zellhofer: "Das muss █unten█
ankommen, bei den PatientInnen durch mehr Qualität und den
Beschäftigten durch bessere Arbeitsbedingungen."
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