• 16.01.2013, 12:24:35
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RH-Ausschuss: Gute Schlaganfall-Rehab mindert Leid und spart Kosten

Erfolgreiche Reformpool-Projekte in Oberösterreich und Steiermark

Utl.: Erfolgreiche Reformpool-Projekte in Oberösterreich und
Steiermark =

Wien (PK) - Jährlich erleiden 24.000 Österreicher einen Schlaganfall.
Diese Menschen brauchen eine gut aufeinander abgestimmte Behandlung
im Akutspital und nachfolgend in einer Rehabilitationseinrichtung, um
eine bleibende Behinderung zu vermeiden. Die Gesundheitsreform 2005
sah dafür Reformpool-Projekte vor, die von 2006 bis 2010 in
Oberösterreich und im Jahr 2008 in der Steiermark realisiert wurden.
In Oberösterreich konnten dadurch deutliche und in der Steiermark
teilweise Verbesserungen in der Schlaganfallversorgung erreicht
werden, lautet der Befund des Rechnungshofs (RH), dessen
diesbezüglicher Prüfbericht (III-358 d.B.) heute im
Rechnungshofausschuss zur Debatte stand und von Abgeordneten aller
Fraktionen positiv aufgenommen wurde. Verbesserungsbedarf ortete
Rechnungshofpräsident Josef Moser in Übereinstimmung mit den
Ausschussmitgliedern bei der Schnittstelle Krankenanstalt/Reha-
Einrichtung, bei der Qualität der erhobenen Daten und bei der Führung
von Schlaganfall-Registern. Die PatientInnen sollen durch mehr
Transparenz im Gesundheitswesen wissen können, wo sie medizinisch
optimal versorgt werden, schlug Moser vor. Gesundheitsminister Alois
Stöger informierte die Abgeordneten über Verbesserungen bei der
Datenerhebung, die die Voraussetzung für eine optimale Abstimmung der
verschiedenen Phasen bei der Behandlung von SchlaganfallpatientInnen
darstelle. Die jüngst im Ministerrat beschlossene Gesundheitsreform
zielt auf die Optimierung der Behandlungsprozesse auf Basis von
Indikatoren und Qualitätskriterien, sagte der Ressortleiter.

Angesichts der Beobachtung, dass Frauen seltener als Männer der
spezialisierten Stroke Unit einer neurologischen Abteilung zugewiesen
werden und seltener eine Thrombolyse erhalten, empfiehlt der
Rechnungshof außerdem zielgruppenspezifische Informations-Kampagnen
zum Thema Schlaganfall und mehr Augenmerk für die Betroffenheit von
Frauen. Zudem sollte eine für die Steuerung der
Schlaganfallversorgung geeignete Datenbasis aufgebaut werden. Es geht
darum, die Behandlung der PatientInnen in den Stroke Units der
Spitäler mit der weiterführenden Behandlung in
Rehabilitationseinrichtungen besser abzustimmen und die Wartezeiten
bis zur Rehabilitation zu verkürzen. Notärzte und Krankenanstalten
sollten den Interhospitaltransfer von Akutschlaganfallpatienten
gemeinsam beschleunigen. Außerdem rät der RH, die Linzer Erfahrungen
mit der tagesklinischen Behandlung zu evaluieren und zur Entlastung
des stationären Bereichs zu nutzen.

Der Steiermark empfiehlt der Rechnungshof, die Schlaganfall-
Dokumentation auf Basis des Schlaganfall-Registers der
Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) nach oberösterreichischem Modell
zu vereinheitlichen und für eine gute Datenqualität zu sorgen.
Benchmark-Sollwerte seien aufeinander abzustimmen und aussagekräftige
Indikatoren entwickelt werden. Weitere RH-Vorschläge gehen in
Richtung Follow-up-Untersuchungen der PatientInnen sowie umfassende
Prüfung des Konzepts der Landesnervenklinik Graz für die Einrichtung
einer neurologischen Tagesklinik.

Raschere Schlaganfall-Rehabilition, besserer Behandlungserfolg

In seinen Antworten auf Detailfragen der Abgeordneten Heinz-Peter
Hackl (F), Kurt Gassner (S), Martina Schenk (B), Kurt Grünewald (G)
sowie Jochen Pack (V) machte Gesundheitsminister Alois Stöger auf
Kostensenkungen aufmerksam, die im Gesundheits- und Sozialbereich
erzielt werden können, wenn es gelingt, die neurologischen Funktionen
bei SchlaganfallpatientInnen zurückzugewinnen. Eine gute Versorgung
vermindert menschliches Leid und dämpft Kosten, sagte der Minister.
Daher zielt die gestern im Ministerrat beschlossene Gesundheitsreform
auf eine optimale Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen im
Gesundheitssektor. Voraussetzung dafür, dass dies gelinge, sei eine
neue Kultur der Datenerfassung und Dokumentation, die es erlaube, den
Behandlungsprozess vom Auftreten der Krankheit über den Transport im
Rettungsauto bis zur Behandlung im Akutspital und in der
Rehabilitation optimal aufeinander abzustimmen und Wartezeiten zu
vermeiden. Im Einzelnen informierte der Gesundheitsminister auch über
die Entwicklung und den Aufbau eines Indikatorensystems mit
Qualitätskriterien und den Ausbau von Follow-up-Untersuchungen.

Zu den 30 Reformpoolprojekten auf der Grundlage der Gesundheitsreform
2005 zählt nicht nur die Schlaganfallbehandlung, sondern auch das
Entlassungsmanagement und die präoperative Diagnostik, teilte
Minister Stöger mit.

Rechnungshofpräsident Josef Moser unterstrich die Notwendigkeit, die
Behandlung von SchlaganfallpatientInnen sektorenübergreifend zu
betrachten und die aufgezeigten Schnittstellenprobleme zu lösen.
Dabei wies Moser auf unterschiedliche Vorgangsweisen in den einzelnen
Bundesländern bei der Frage hin, wer wo Patienten versorgt. Da der
Schlaganfall bisher als eine Männerkrankheit gilt, seien betroffene
Frauen oft benachteiligt, weil sie zu spät in spezialisierte
Einrichtungen gebracht werden. Moser drängte auf bessere Information
und auf Verkürzung der Zeit innerhalb derer die PatientInnen akut
versorgt, untersucht und den verschiedenen Stufen der Rehabilitation
behandelt werden.

SchlaganfallpatientInnen werden immer jünger

In der weiteren Debatte verlangte Abgeordnete Rosemarie Schönpass (S)
eine bessere Information für junge Menschen, da die
SchlaganfallpatientInnen immer jünger werden.

Abgeordnete Carmen Gartelgruber (F) sprach sich einmal mehr für eine
bessere Versorgung von Schädel-Hirn-Trauma-PatientInnen aus, während
Abgeordneter Kurt Grünewald (G) für die Einrichtung zertifizierter
regionaler Rehab-Einrichtungen plädierte, passive Resistenz in
einzelnen Bundesländern gegen die Verbesserung der Behandlungskette
anprangerte und verlangte, Behandlungsziele nicht nur zu formulieren,
sondern sie konsequent zu verfolgen. Abgeordneter Roman Haider (F)
schloss sich Grünewald an und forderte, die langen Wartezeiten auf
Rehabilitationsbehandlungen der Stufe B und C zu verkürzen.

Bundesminister Alois Stöger kündigte Verbesserungen bei der
Versorgungskette und auch bei der Behandlung von PatientInnen mit
Schädel-Hirn-Trauma an. Sobald die Rettung bei einem Patienten mit
Verdacht auf Schlaganfall eintreffe, soll das Spital bereits
informiert werden, um alle notwendigen diagnostischen und
therapeutischen Schritte vorzubereiten. Die Gesundheitsreform gehe
klar in diese Richtung, sagte Stöger.

Rechnungshofpräsident Josef Moser empfahl, durch mehr Transparenz bei
der Qualität der einzelnen Leistungsanbieter im Gesundheitswesen den
PatientInnen die Möglichkeit zu geben sich jeweils dort behandeln zu
lassen, wo sie mit einer optimalen medizinischen Versorgung rechnen
können. Diese Transparenz werde es erlauben die medizinische
Versorgung insgesamt zu verbessern, zeigte sich der
Rechnungshofpräsident überzeugt und kündigte weitere Berichte zu
diesem Thema an. (Schluss) Fru

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