- 21.12.2012, 09:48:15
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EU-Studie bestätigt GLOBAL 2000-Forderung nach Verbot von bienengiftigen Maisbeizen
Endlich Hoffnung für einen effektiven Bienenschutz in Europa!
Utl.: Endlich Hoffnung für einen effektiven Bienenschutz in Europa! =
Wien (OTS) - Eine Studie im Auftrag des Europäischen Parlaments
untermauert den von GLOBAL 2000 und den österreichischen Imkern 2008
erstmals geäußerten Verdacht, dass die Bienengefährlichkeit der
neonicotinoiden Maisbeizmittel nicht allein durch ihre akute
Giftwirkung verursacht wird. Vielmehr sieht die aktuelle Studie es
als erwiesen an, dass bereits kleinste "subletale" Mengen dieser
Pestizide in Nektar, Pollen oder Wasser die Überlebensfähigkeit eines
Bienenvolks entscheidend beeinträchtigen können. Die wesentlichen
Inhalte der Studie wurden gestern von der österreichischen
Imkerschaft in einer Aussendung präsentiert (siehe:
http://www.biene-oesterreich.at)
"Das lässt hoffen, dass Europa doch noch rechtzeitig die dringend
erforderlichen Verbote für bienengiftige Neonicotinoid-Pestizide
umsetzt", freut sich Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL
2000: "Denn diese Pestizide sind nicht nur für Bienen eine Gefahr,
sie sind eine Bedrohung für unser gesamtes Ökosystem, da sie dieses
an seiner empfindlichsten Stelle angreifen. Wenn jene Insekten, die
die Bestäubungsarbeit für rund 80% der weltweiten Pflanzenarten
verrichten, nicht rechtzeitig geschützt werden, droht ein noch nie da
gewesenes Artensterben." Die katastrophalen Auswirkungen des
Bienensterbens auf die Landwirtschaft lassen sich heute schon in
vielen Regionen der Welt beobachten, in denen Obstbau nur noch
möglich ist, wenn Menschen händisch die Bestäubungsarbeit der
verschwundenen Insekten bewerkstelligen.
Vor diesem Hintergrund hätte Minister Berlakovich nicht nur in seiner
Funktion als Umweltminister, sondern auch als Landwirtschaftsminister
allen Grund, ein sofortiges Verbot von neonicotinoiden
Maisbeizmitteln in Österreich zu verhängen und das grassierende
Biensterben zu beenden. "Stattdessen schweigt der Minister zu diesem
Thema. Doch je beharrlicher der Minister schweigt, desto lauter und
verbissener kämpfen seine Parteikollegen, insbesondere der Umwelt-
und der Agrarsprecher der ÖVP, gegen ein Verbot dieser bienengiftigen
Beizmittel an. Entsprechende parlamentarische Anträge auf ein Verbot
wurden von allen drei Oppositionsparteien eingebracht. Behandelt
werden diese Anträge seit Mai in einem eigens eingerichteten
Unterausschuss, wo Experten aus allen Fachrichtungen, u.a. auch von
GLOBAL 2000, zum beobachteten Bienensterben Stellung beziehen.
"Bezeichnend ist, dass die einzigen bislang von der ÖVP aufgebotenen
'Experten', die die Auswirkungen der Neonicotinoide auf Bestäuber als
akzeptabel und kontrollierbar darzustellen versuchten, Vertreter der
Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sowie der
Pflanzenschutzmittelindustrie waren", sagt Burtscher.
Der argumentative Druck, dem sich die "Verteidiger der
Neonicotinoide" derzeit ausgesetzt sehen, wird durch die aktuelle
Studie zusätzlich erhöht: So stellt diese den "risikominimierenden
Maßnahmen", auf die Landwirtschaftsminister Berlakovich an Stelle
eines Anwendungsverbots setzt, ein kritisches Zeugnis aus und
empfiehlt an Stelle der Neonicotinoid-Beizung als sichere Maßnahme
zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers eine (mindestens) zweijährige
Fruchtfolge. In Deutschland, Slowenien und Italien sind solche
Anwendungsverbote für bienengefährliche Maisbeizmittel bereits
umgesetzt.
Vor diesem Hintergrund fordert GLOBAL 2000 Minister Berlakovich dazu
auf, umgehend die Zulassungen von bienengiftigen Maizbeizen
zurückzuziehen, und somit sicherzustellen, dass 2013 in Österreich
keine weiteren Bienenschäden durch neonicotinoide Maisbeizen
auftreten können.
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