• 17.12.2012, 10:02:44
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Fukushima-baugleicher Atomreaktor in Spanien abgeschaltet

IAEA-Werbeveranstaltung in Fukushima kann Niedergang der Atomkraft nicht verhindern - GLOBAL 2000-Atomexperte schildert Situation vor Ort

Utl.: IAEA-Werbeveranstaltung in Fukushima kann Niedergang der
Atomkraft nicht verhindern - GLOBAL 2000-Atomexperte schildert
Situation vor Ort =

Koriyama (OTS) - Während die IAEA Fukushima Ministerial Conference an
ihrem letzten Tag weiterhin die Sicherheit der Atomkraft und die
Lehren aus der Fukushima-Katastrophe verkündet, ging gestern Nacht um
24 Uhr still und leise in Spanien ein Fukushima-baugleicher
Uralt-Reaktor vom Netz: Es handelt sich um Santa Maria de Garona,
einen seit 1971 in Betrieb befindlichen Siedewasserreaktor mit dem
Containmenttyp, der letztes Jahr in Fukushima spektakulär explodiert
ist. "Es ist nicht die Atomaufsicht, die dem Reaktor den Garaus
macht, sondern eine neue Brennelementesteuer, die die spanische
Regierung einführen will und die dem Betreiber die Nachrüstung des
komplett veralteten Atombrenners zu teuer macht", kommentiert
Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000, der derzeit in Koriyama
bei der IAEA-Konferenz als Beobachter ist.

Die Konferenz der IAEA, gemeinsam veranstaltet mit dem japanischen
Außenministerium, betont die Verbesserungen seit der
Nuklearkatastrophe: Schon am Eingang der Veranstaltungshalle grüßen
riesige Ausstellungswände, die "Revitalization Fukushima Now"
dokumentieren sollen - inklusive der Indoor-Spielhallen, wo Kinder
jetzt spielen können. Uhrig erklärt: "Draußen auf den verstrahlten
Spielplätzen wäre es zu gefährlich." Japanische Maskottchen und
Mitarbeiterinnen präsentieren, wie schön die Region sei und verteilen
Hochglanz-Werbebroschüren über den Wiederaufbau. VertreterInnen des
atomkritischen Fukushima Action Projects durften eine Pinnwand mit
Nachrichten der BewohnerInnen der Region gestalten. "Diese Wand steht
am hinteren Ende eines Ganges der riesigen Halle und niemand kommt
kommt an ihr vorbei - selbst dort stehen dürfen die Betroffenen
nicht", erzählt Reinhard Uhrig.

"Das Fukushima Action Project, das uns nach Japan eingeladen hat, die
Evakuierten in der Barackensiedlung auf gegenüberliegenden Seite der
Straße, wir als Beobachter: Wir alle haben das Recht - zu schweigen.
Die internationale Staatengemeinschaft nutzt auch diese Chance nicht,
die Atom-Werbeagentur IAEA zu reformieren", kommentiert Reinhard
Uhrig. "Nicht die Internationale Atomenergieagentur, sondern nur der
Druck der Straße und Kostenwahrheit führen zu einem Ende von
Uralt-Reaktoren wie Santa Maria de Garona - und damit zu mehr
Sicherheit für uns alle."

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