• 08.12.2012, 18:20:50
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GLOBAL 2000: Kyoto-Protokoll nur noch symbolische Geste für Klimaschutz

Blockierer gewinnen, Klimaschutz verliert. Kein Geld aus Österreich für Klima-Opfer.

Utl.: Blockierer gewinnen, Klimaschutz verliert. Kein Geld aus
Österreich für Klima-Opfer. =

Wien/Doha (OTS) - Die 18. Klimakonfernz ist zu Ende, für GLOBAL 2000
gibt es nach der aufkeimenden Hoffnung in Durban wenig Positives zu
berichten: "Blockiererstaaten wie Polen haben gewonnen, Klimaschutz
und die Entwicklungsländer sind die klaren Verlierer. Wir sind nach
wie vor auf einem Pfad zu einer um vier Grad wärmeren Welt, die
zunehmende Dürren, Katastrophen und Millionen Klimaflüchtlinge
bedeuten würde," zeigt sich Johannes Wahlmüller besorgt.

Hauptergebnis ist die Unterzeichnung einer zweiten
Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll, dem neben der EU
auch Australien, Norwegen und die Schweiz beitraten. "Die EU hat mit
der Unterzeichnung der zweiten Verpflichtungsperiode von Kyoto
lediglich eine symbolische Geste gesetzt, denn ohne ambitioniertere
Ziele wird keine einzige zusätzliche Tonne CO2 eingespart. Zudem hat
sich Polen gegen 26 EU-Länder durchgesetzt und eine klare
Entscheidung zum Verfall von Überschusszertifikaten verhindert",
kritisiert Wahlmüller.

Der Auftritt Österreichs war für GLOBAL 2000 eine schwere
Enttäuschung. 2012 läuft die "Klimasoforthilfe" aus. Sie unterstützte
von 2010 bis 2012 Entwicklungsländer im Kampf gegen den Klimawandel
und sollte ab 2013 sogar verstärkt werden. Umweltminister Berlakovich
hatte aber nichts im Gepäck als leere Worte. "Der österreichische
Auftritt bei der Klimakonfernz ist beschämend, von einem reichen Land
hätte man eine konkrete Zusage an Unterstützung erwarten können",
sagt Wahlmüller.

Deutschland, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Frankreich und die
Niederlande haben bereits konkrete finanzielle Unterstützung
angeboten. Schweden, bevölkerungsmäßig vergleichbar mit Österreich,
sagte jährlich 280 Mio. Euro zu, Umweltminister Berlakovich nannte
bei einem Abendessen lediglich die Summe von 50.000 Euro für ein
Projekt in Afrika. "Wir fordern Umweltminister Berlakovich auf,
dieses Versäumnis schleunigst nachzuholen und klarzumachen, dass
Österreich die Entwicklungsländer nicht länger im Stich lassen wird",
betont Wahlmüller.

Nach Doha sollen die Verhandlungen um ein globales
Klimaschutzabkommen intensiviert werden, um rechtzeitig vor 2015 zum
Abschluss zu kommen. "Die zweite Verpflichtungsperiode von Kyoto
bedeutet auch ein Versprechen an einen regelbasierenden Klimaschutz,
der sich an der Wissenschaft orientiert. Das muss sich im
Klimaschutzabkommen, das bis 2015 abgeschlossen werden soll,
wiederfinden", sagt Wahlmüller.

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