• 06.12.2012, 09:37:36
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GLOBAL 2000: Reduktion des Fleischkonsums ist Klimaschutz

Wie unser Ernährungsverhalten das Klima beeinflusst: Ein Drittel der Treibhausgase geht auf das Konto der Landwirtschaft.

Utl.: Wie unser Ernährungsverhalten das Klima beeinflusst: Ein
Drittel der Treibhausgase geht auf das Konto der
Landwirtschaft. =

Wien (OTS) - Anlässlich der Weltklimakonferenz in Doha macht die
österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 darauf
aufmerksam, dass unsere Ernährungsgewohnheiten das Klima
beeinflussen. "Viele Menschen haben den Eindruck, dass die Zukunft
unseres Klimas ausschließlich von den in Doha verhandelnden Staats-
und Regierungschefs abhängt", sagt Heidemarie Porstner,
Landwirtschaftssprecherin von GLOBAL 2000. "Der oder die Einzelne
kann sich aber sehr wohl aktiv am Klimaschutz beteiligen!" In vielen
industrialisierten Ländern der Welt, vor allem auch in Österreich,
essen wir viel zu viel Fleisch. Der durchschnittliche Verzehr liegt
hierzulande bei 66,3 kg (Statistik Austria 2010). Das sind pro Woche
rund 1,3 kg pro Person. ErnährungsexpertInnen empfehlen schon aus
rein gesundheitlichen Gründen eine Reduktion um mindestens die
Hälfte. Internationale Erhebungen gehen davon aus, dass auch das
Klima davon profitieren würde. "Könnten wir es schaffen, weltweit den
Fleischkonsum bis 2050 um 50 Prozent zu reduzieren, hätten wir eine
reale Chance, den Klimawandel signifikant einzudämmen", ist Porstner
überzeugt.

"Bekannt sind Zahlen über den Einfluss verschiedener Industriezweige,
viel wird über den Verkehr und Transport gesprochen. Aber selten wird
die Landwirtschaft als Klimasünder genannt", sagt Porstner. Laut FAO
(Food and Agricultural Organisation der UNO) verursacht die
industrialisierte Form der Landwirtschaft 30 Prozent der weltweit
ausgestoßenen Treibhausgase. "Schaut man sich an, wo ein großer Teil
dieser klimaschädlichen Einflüsse herkommt, wird schnell klar, dass
unser Essverhalten einen großen Anteil daran hat. Über 40 Prozent
gehen auf das Konto der Fleischproduktion, manche Studien gehen sogar
von einem noch größeren Einfluss aus", erklärt Porstner. Für die
Produktion der Futtermittel in der Massentierhaltung wird
hauptsächlich Soja eingesetzt, das aus Lateinamerika stammt. Bereits
ein Fünftel des Tropischen Regenwaldes wurde dafür gerodet und die
Rodung geht weiter. Durch diese Rodung der Regenwälder ist der
Einfluss der Fleischproduktion auf den Klimawandel enorm, da im Boden
und in den Wäldern gebundener Kohlenstoff freigesetzt wird und sich
so die globale CO2-Bilanz beträchtlich verschlechtert. "Noch
dramatischer sind die Folgen von freigesetztem Lachgas, denn es hat
einen 298-mal stärkeren Effekt auf das Klima als CO2. Lachgas wird
durch die Ausbringung der Gülle aus der Schweineproduktion auf die
Felder freigesetzt. Bei der Produktion von Rindfleisch entsteht
außerdem das klimaaktive Gas Methan, es ist in etwa 25 Mal so wirksam
wie CO2", erläutert Porstner.

"Wir alle können und müssen etwas tun! Das Verlangen nach Fleisch
fördert Massentierhaltungen. Masttiere werden mit Gentech-Futter in
kürzester Zeit auf ihr Schlachtgewicht gebracht, riesige Flächen
werden zwecks Fütterung in Mais- und Soja-Monokulturen umgewandelt,
die Böden ausgelaugt, das Trinkwasser verschmutzt. Wer das Klima
schützen will, muss einen verantwortungsbewussten Umgang mit Tieren
und Ressourcen einfordern und möglich machen", so Porstner
abschließend.

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