- 26.11.2012, 15:12:36
- /
- OTS0211 OTW0211
15 Jahre Arbeitsklima-Index
NR-Präsidentin Prammer lädt zu Veranstaltung ins Hohe Haus
Utl.: NR-Präsidentin Prammer lädt zu Veranstaltung ins Hohe Haus =
Wien (PK) - Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat vor 15 Jahren
begonnen, die Arbeitszufriedenheit der ÖsterreicherInnen systematisch
zu erheben. Seither wird in regelmäßigen Abständen ein "Arbeitsklima-
Index" veröffentlicht, der eine wichtige Grundlage für die Arbeit der
Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen bildet. Aus Anlass des 15-
Jahr-Jubiläums dieses Index hat Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer heute gemeinsam mit dem Präsidenten der Arbeiterkammer
Oberösterreich Johann Kalliauer zu einer prominent besetzten
Veranstaltung ins Parlament geladen. Dabei stehen nicht nur aktuelle
Daten und Fakten im Fokus, es geht auch um internationale
Perspektiven.
Nationalratspräsidentin Prammer betonte bei der Begrüßung der
TeilnehmerInnen, der Arbeitsklima-Index sei auch für die Politik
enorm nützlich. Es würden zwar ständig alle möglichen
Wirtschaftsdaten "ins Haus flattern", meinte sie, etwas
Vergleichbares wie den Arbeitsklima-Index gebe es aber nicht. Man
müsse bei politischen Maßnahmen aber auch die subjektive
Befindlichkeit der Beschäftigten berücksichtigen. Im Hinblick auf
aktuelle Ergebnisse wertete es Prammer als bedenklich, dass
jugendliche Beschäftigte ihre beruflichen Erwartungen und Hoffnungen
zuletzt "stark nach unten geschraubt haben".
AK-Präsident Herbert Tumpel unterstrich, die Arbeiterkammer habe
durch ihren Kontakt zu den BetriebsrätInnen und ihre
Beratungstätigkeit zwei wesentliche Fühler, was aktuelle Probleme von
ArbeitnehmerInnen betrifft. Ebenso wichtig seien aber
wissenschaftliche Untersuchungen und statistische Daten, sagte er.
Ein Ergebnis des Arbeitsklima-Index ist für Tumpel evident: Die
Stimmung unter den ArbeitnehmerInnen insgesamt "ist nicht gerade
besser geworden". Die Arbeitsbelastung und der Druck in der
Arbeitswelt hätten in den letzten Jahren zugenommen.
Tumpel macht dafür nicht nur den verstärkten Konkurrenzkampf
verantwortlich, der an die MitarbeiterInnen weitergegeben werde. Auch
"unsinnige Managementmoden" wirkten sich negativ auf die Motivation
der Beschäftigten aus. Überzeugt ist Tumpel von der Wirksamkeit des
ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes.
Arbeitszufriedenheit sinkt
Die jüngsten Index-Daten wurden erst vor kurzem veröffentlicht.
Demnach liegt der Arbeitsklima-Index aktuell bei 108 Punkten und
damit um 2 Punkte unter dem im Frühjahr 2010 erhobenen Wert.
Allerdings ist die Arbeitszufriedenheit je nach Bundesland und
Personengruppe sehr unterschiedlich. So schneidet Wien mit einem Wert
von 100 Punkten verhältnismäßig schlecht ab, während das Burgenland
und Niederösterreich zuletzt auf 114 Punkte kamen. Auch MigrantInnen
verzeichnen mit 99 Punkten einen unterdurchschnittlichen Indexwert,
was wohl nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass sie nach wie
vor häufig unter ihrer Qualifikation beschäftigt sind und rund ein
Viertel weniger verdienen als Nicht-MigrantInnen.
Als alarmierend wertet die Arbeiterkammer Oberösterreich die
deutliche Verschlechterung des Wertes von BerufseinsteigerInnen: der
entsprechende Subindex ist innerhalb von zwei Jahren von 114 auf 109
Punkte gesunken. Vor allem die Karrierechancen werden aktuell
deutlich schlechter eingeschätzt als im Herbst 2010. Nur noch 54 %
der BerufseinsteigerInnen sind mit ihren beruflichen Aufstiegs- und
Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden, zuletzt waren es noch 71 %.
Im Rahmen der heutigen Veranstaltung werden Reinhard Raml (IFES) und
Christoph Hofinger (SORA) detailliert auf die Entwicklung des
Österreichischen Arbeitsklima-Index 1997-2012 eingehen. Alain Kinn
(Arbeitnehmerkammer Luxemburg) berichtet darüber, inwieweit der
Arbeitsklima-Index als Ideenlieferant für die Erforschung der
Arbeitsqualität in Luxemburg herangezogen wurde. Erika Mezger (stv.
Direktorin Eurofound) referiert über das Thema Qualität und Zukunft
der Arbeit als Aufgabe der Europäischen Union. Christa Sedlatschek,
Direktorin der Europäischen Agentur für Sicherheit und
Gesundheitsschutz (OSHA), setzt sich mit der Entwicklung der
gesundheitlichen Belastung am Arbeitsplatz auseinander. Statements
werden auch von Gesundheitsminister Alois Stöger, Wirtschaftsminister
Reinhold Mitterlehner, Sozialminister Rudolf Hundstorfer und dem
Initiator des Arbeitsklima-Index Hans Preinfalk erwartet. (Schluss)
HINWEIS: Fotos finden Sie nach dieser Veranstaltung im Fotoalbum auf
www.parlament.gv.at.
Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2260, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: [email protected], Internet: http://www.parlament.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA






