- 14.11.2012, 14:18:35
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Enquete: Weg von der Gießkanne bei Familienleistungen, hin zu Sachleistungen
Ruprecht fordert Ausbau qualitätsvoller Kinderbetreuung mit längeren Öffnungszeiten
Utl.: Ruprecht fordert Ausbau qualitätsvoller Kinderbetreuung mit
längeren Öffnungszeiten=
Wien (OTS/ÖGB) - "Das neue Familienförderungs-Modell von
Familienminister Reinhold Mitterlehner geht nicht weit genug. Damit
alle Eltern Familie und Beruf vereinbaren können, muss die Regierung
stärker in Kinderbetreuung investieren. Damit wäre den Familien
wirklich geholfen", sagte ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende Brigitte
Ruprecht bei der ÖGB-Frauen-Enquete "Wer soll Beruf und Familie
vereinbaren?" Auch der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg
Kapsch, forderte: "Wir müssen weg von der Gießkanne bei
Familienleistungen hin, zu Sachleistungen." ++++
Der Ausbau der Kinderbetreuung sei keine neuerliche Belastung des
Sozialstaats, sondern eine Zukunftsinvestition, betonte ÖGB-Präsident
Erich Foglar. "Wenn Frauen mehr Vollzeit arbeiten sollen und wir alle
generell länger arbeiten müssen, dann gibt es irgendwann keine
Großeltern mehr, die auf die Kinder aufpassen." Darüber hinaus müsse
es eine grundsätzliche Systemänderung geben. "Mindestens ein Jahr
Kindergarten, ein Jahr Vorschule und dann muss die Gesamtschule
folgen, in der die Stärken gestärkt, und die Schwächen geschwächt
werden", forderte Foglar. Zugleich müsse auch die Situation für die
KindergartenpädagogInnen verbessert werden. "Es gibt keinen Grund,
warum diese schlechter bezahlt werden als die AHS-PädagogInnen",
stimmte auch Kapsch mit Foglar überein.
Gleiche Rahmenbedingungen brauche es auch für alle Beschäftigten, so
Foglar. Es könne nicht sein, dass es für Angestellte schwieriger ist,
in Karenz zu gehen, als für Beamte. "Vereinbarkeit darf nicht mehr
eine Frage des Geschlechts sein - für Frauen verbunden mit
Karriereknick und Teilzeitarbeit, für Männer verbunden mit
Überstunden und kaum Zeit für die Familie", forderte
ÖGB-Frauenvorsitzende Ruprecht. Dazu müssten die Diskussionen zu
Themen wie Vereinbarkeit, Kinderbetreuung oder Pflege von nahen
Angehörigen unabhängig von Ideologien geführt werden.
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