• 14.11.2012, 12:45:54
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Weltbevölkerungsbericht 2012 - Bayr: Bevölkerungsentwicklung ist relevant für Entwicklung insgesamt

Bayr erinnert: "Familienplanung ist ein Menschenrecht" - 222 Millionen Frauen in Entwicklungsländern ohne Zugang zu Verhütung - Mittel für bilaterale EZA steigen ab 2014

Utl.: Bayr erinnert: "Familienplanung ist ein Menschenrecht" - 222
Millionen Frauen in Entwicklungsländern ohne Zugang zu
Verhütung - Mittel für bilaterale EZA steigen ab 2014=

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Entwicklungssprecherin Petra Bayr hat heute,
Mittwoch, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der
ÖVP-Abgeordneten Silvia Fuhrmann und dem Grünen Abgeordneten Karl
Öllinger den Weltbevölkerungsbericht 2012 der UNFPA
(Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen) vorgestellt. "Der
diesjährige Weltbevölkerungsbericht ruft in Erinnerung, dass es ein
Menschenrecht auf Familienplanung gibt", betonte Bayr und
unterstrich: "Die Bevölkerungsentwicklung ist relevant für die
Entwicklung insgesamt." Obwohl bei der Weltbevölkerungskonferenz in
Kairo im Jahr 1994 ein "großer Qualitätssprung" in Sachen
Familienplanung stattgefunden hat und sich 179 Staaten dazu
verpflichtet haben, reproduktive Gesundheit als Menschenrecht
einzuführen, haben in den Entwicklungsländern immer noch 222
Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Familienplanungs-Methoden.
****

"Alle sollten in den Genuss von reproduktiven und sexuellen Rechten
kommen", fordert die SPÖ-Abgeordnete. Nicht nur in
Entwicklungsländern, sondern auch in der entwickelten Welt kommen
viele Frauen aufgrund mangelnder Bildung oder Information oder auch
wegen religiöser oder sprachlicher Barrieren nicht in den Genuss von
reproduktiven und sexuellen Rechten, gab Bayr zu bedenken. Vor allem
jüngere Menschen bräuchten Information über und Zugang zu
Familienplanung. In Indonesien z.B. seien Verhütungsmittel zwar
gratis - allerdings nur für verheiratete Paare. Dass unverheiratete
Menschen Sex haben, werde quasi ausgeschlossen, erklärte Bayr, die
das Land im Vorjahr besuchte.

Im Rahmen der heutigen Nationalratssitzung wird ein
Entschließungsantrag eingebracht, nach dem die Mittel für bilaterale
Entwicklungszusammenarbeit ab 2014 erhöht werden sollen, bis dahin
soll der Betrag gleich bleiben. Dies soll im Frühjahr im Rahmen des
Bundesfinanzrahmens für 2014 bis 2017 beschlossen werden. "Damit wird
auch in der reproduktiven und sexuellen Gesundheit noch mehr
weitergehen", zeigt sich Bayr erfreut.

"Die Maßnahmen in diesem Bereich greifen. Familienplanung macht nicht
nur einen Unterschied für die einzelnen Menschen, sondern für die
Gesellschaft insgesamt. Erwiesenermaßen erhöht ein guter Zugang zu
Verhütung in einem Land unter anderem die Erwerbstätigkeit von Frauen
massiv", erläuterte Bayr. Besonders in Afrika, wo 60 Prozent der
Menschen jünger als 25 Jahre sind, sei die Familienplanung
entscheidend, sonst werde sich die Bevölkerung dort verdoppeln.

In Entwicklungsländern gibt es rund 80 Millionen ungewollte
Schwangerschaften pro Jahr. Derzeit werden weltweit 4,1 Mrd. Euro in
Familienplanung investiert. Würde man diesen Betrag verdoppeln,
könnten ungewollte Schwangerschaften und unsichere Abtreibungen zu
einem großen Teil verhindert werden.

Die drei Abgeordneten, die den Bericht präsentierten, sind Mitglieder
der überparteilichen parlamentarischen Gruppe für reproduktive
Gesundheit und Entwicklung, die sich gemeinsam mit den entsprechenden
Gruppen anderer Länder für einen besseren Zugang zu Methoden der
Familienplanung vor allem in Entwicklungsländern einsetzt. Sie wendet
sich u. a. an die zuständigen Ministerinnen und Minister in
Österreich, um Bewusstsein für das Problem mangelnder Familienplanung
zu schaffen und dementsprechend UN-Organisationen wie den
Weltbevölkerungsfonds finanziell ausreichend zu dotieren.

SERVICE: Der Weltbevölkerungsbericht 2012 steht demnächst unter
http://www.unfpa.org/swp als Download zur Verfügung.
(Schluss) bj

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