• 13.11.2012, 09:47:55
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GLOBAL 2000: Pestizide in Eiswürfeln zeugen von längerfristiger Trinkwasserkontamination

Grundwasserskandal von Korneuburg wird zum Trinkwasserskandal - BM Stöger muss Trinkwasserschutz stärken

Utl.:
Grundwasserskandal von Korneuburg wird zum Trinkwasserskandal
- BM Stöger muss Trinkwasserschutz stärken=

Wien (OTS) - Fünfzehn der zwanzig untersuchten Eiswürfel-Proben aus
Haushalten, die bis September 2012 von der EVN Wasser mit Trinkwasser
aus dem mittlerweile abgeschalteten Brunnenfeld Bisamberg beliefert
wurden, enthielten das Pestizid Clopyralid, dreizehn davon über dem
gesetzlichen Grenzwert. Zwei der am Umweltbundesamt untersuchten
Eiswürfel-Proben wurden - laut Aussagen der SpenderInnen - bereits im
Jahr 2011 eingefroren. Betroffen war Wasser aus den Gemeinden
Bisamberg, Kleinrötz, Kreuttal, Kleinengersdorf und Großrussbach.

Damit steht nun fest, dass die vom Pestizidhersteller Kwizda
verursachte und von der verantwortlichen Bezirksbehörde jahrelang
ineffizent behandelte Grundwasserkontamination im Korneuburger Becken
die KonsumentInnen erreicht hat. Noch am 30. Oktober versicherte die
Bezirkshauptmannschaft Korneuburg gegenüber MedienvertreterInnen, die
"öffentliche Wasserversorgung der EVN Wasser sei nicht von den
Grundwasserverunreinigungen betroffen" - obwohl GLOBAL 2000 zuvor
darauf aufmerksam gemacht hatte, dass das Brunnenfeld Bisamberg
innerhalb der Kontaminationsfahne von Clopyralid liegt.

"Dass die BH Korneuburg Daten und Fakten zur Grundwasserkontamination
nach wie vor nur zögerlich und unvollständig preisgibt und
gleichzeitig beschwichtigende Aussagen tätigt, die sich später als
falsch herausstellen, trägt nicht zu ihrer Glaubwürdigkeit bei.
Vielmehr wird eine durch die verfehlte Informationspolitik der
Vergangenheit bereits vorhandene Verunsicherung der Menschen noch
zusätzlich verstärkt", sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von
GLOBAL 2000. Gleichzeitig beruhigt Burtscher bezüglich möglicher
gesundheitlicher Auswirkungen der festgestellten Kontamination: "Die
Trinkwasserbelastung ist zwar über dem gesetzlichen Grenzwert,
allerdings ist dieser ausgesprochen niedrig angesetzt, sodass man bei
den festgestellten Clopyralid-Mengen auch bei regelmäßigem und
jahrelangem Trinkwasserkonsum nicht von einer Gesundheitsgefährdung
für die Konsumenten ausgehen muss. Anders als Pestizidgrenzwerte für
konventionell produziertes Obst, Gemüse oder Getreide, die um das
Tausendfache höher liegen, wurde der Pestizidgrenzwert für
Trinkwasser mit dem primären Ziel festgesetzt, Pestizide vom
Trinkwasser generell fern zu halten."

Auch wenn im konkreten Fall eine Gesundheitsgefährdung der
Bevölkerung - glücklicherweise - als sehr unwahrscheinlich betrachtet
werden kann, muss Gesundheitsminister Stöger für die Zukunft
sicherstellen, dass pestizidbelastetes Trinkwasser nicht so einfach
in die Haushalte gelangen kann. GLOBAL 2000 erneuert daher die
Forderung an Gesundheitsminister Alois Stöger, allen österreichischen
Trinkwasserversorgern ein umfassendes Pestizidscreening in viertel-
bis halbjährlichen Intervallen, z.B. durch das Umweltbundesamt,
vorzuschreiben.

Matthias Schabl von der Bügerinitiative "PRO REINES WASSER" ist über
die BH Korneuburg verärgert: "Der Nachweis der
Trinkwasserkontamination hat leider ein weiteres mal deutlich
gezeigt, dass die Bezirkshauptmannschaft ohne fremde Hilfe nicht in
der Lage ist, Umweltgefährdung zu vermeiden und einmal ausgekommene
Giftstoffe einzufangen, bevor Schaden entsteht. Die Bürgerinitiative
fordert daher die sofortige Suspendierung von
Bezirkshauptmann-Stellvertreter Dr. Peter Suchanek, der das Verfahren
geführt hat und immer noch führt. Weiters fordern wir eine
Sonderprüfung aller Gewerbebetriebe, speziell auf Abwasserbecken,
damit keine weitere Kontamination mehr passieren kann."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

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