• 15.10.2012, 09:38:38
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Welternährungstag - Bayr: Hunger im Sahel alarmierend

868 Millionen Menschen weltweit hungern

Utl.: 868 Millionen Menschen weltweit hungern=

Wien (OTS/SK) - "Jeder Mensch der hungert, ist einer zu viel", stellt
Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, zum
Welternährungstag klar. Nach Angaben des jüngsten
Welternährungsberichts der UNO hungern weltweit 868 Millionen
Menschen. Obwohl der prozentuelle Anteil an Menschen, die hungern
minimal gesunken ist, ist die Zahl der Personen leicht angestiegen.
Weltweit muss jeder achte Mensch Hunger leiden. ****

"Land Grabbing, also das Pachten über viele Jahre oder der Kauf von
großen Landflächen in Entwicklungsländern, tragen zur schlechten
Ernährungssituation maßgeblich bei," betont Bayr. Auf diesen Flächen
wird für den Export produziert, während die lokale Bevölkerung
vertrieben und meist nicht entschädigt wird. Darüber hinaus werden
die Böden auf dem verpachteten Land ausgelaugt und so wasserintensiv
bebaut, dass auch die Menschen im Umfeld betroffen sind. "Vor kurzem
habe ich mit Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus Mosambik gesprochen,
deren Gemeindeland an eine schwedischen Firma verpachtet wurde. Sie
müssen nun sehr weite Strecken zurücklegen, um zu ihren neuen Feldern
zu gelangen und bemerken schon, dass es weniger Wasser gibt. Die
Föhren und Eukalyptusbäume auf dem verpachteten Land brauchen einfach
zu viel Wasser", berichtet Bayr.

Die Situation in der Sahelzone ist ein alarmierendes Beispiel für
wiederkehrende Hungerkatastrophen: Diesen Frühling waren etwa 15
Millionen Menschen vom Hunger in der Sahelzone betroffen und die
internationale Gemeinschaft reagierte nur langsam und kurzfristig.
"Nach der dringenden Notwendigkeit der Soforthilfe ist es extrem
wichtig, dass langfristig funktionierende kleinbäuerliche Strukturen
aufgebaut werden, die den klimatischen Bedingungen entsprechend
produzieren" betont Bayr. Um Hunger und Unterernährung langfristig zu
reduzieren, ist das Fördern von kleinbäuerlichen Strukturen, die an
die ökologischen Rahmenbedingungen angepasst produzieren, besonders
wichtig. Bayr hofft auf neue Impulse durch die Nominierung Romano
Prodis als Sondergesandter der Sahelzone: "Romano Prodi hat eine
große Aufgabe vor sich. Sein Ziel muss sein, dass die lokale
Bevölkerung nicht jedes Jahr auf internationale Hilfe angewiesen ist,
sondern sich selbst ernähren kann. Ich hoffe, dass er weitsichtig
agieren wird."(Schluss) sv

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