- 11.10.2012, 13:46:26
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Freundschaftliche Beziehungen vertiefen Französische Abgeordnete besuchen das Parlament
Wien (PK)- Im Zeichen der von beiden Seiten unterstrichenen
ausgezeichneten bilateralen Beziehungen stand heute ein Treffen von
französischen und österreichischen Mandataren aus dem Kreis der
französisch-österreichischen parlamentarischen Gruppe im Hohen Haus.
André Trillard, der die Delegation des französischen Senats anführte,
zeigte sich beeindruckt von den wirtschaftlichen und sozialen
Eckdaten Österreichs, sprach die niedrige Jugendarbeitslosigkeit, das
Schulwesen und die Effizienz des Sozialsystems an und meinte, der
Vergleich mit Österreich zeige, dass Frankreich in manchen Bereichen
"einen gewissen Rückstand" habe.
Breiten Raum in dem Gespräch, das auf österreichischer Seite vom
Abgeordneten Josef Cap (S) in dessen Funktion als Obmann der
österreichisch-französischen parlamentarischen Gruppe geleitet wurde,
nahm die aktuelle Situation in der Europäischen Union ein. André
Trillard nahm auf die Achse Paris-Berlin Bezug und betonte, diese sei
in der Zeit der Krise unverzichtbar gewesen, langfristig gelte es
aber, das Entstehen einer Bipolarität in der Union zu vermeiden,
Europa sollte wieder zu einem gemeinsamen Ort aller seiner
Mitgliedstaaten werden. Was die gegenwärtigen Spannungen im Euro-Raum
betrifft, bemerkte Trillard, es gehe nicht darum, alle gleich zu
machen, vielmehr sollte jeder sein Bestes zu Europa beitragen.
Insgesamt wünschten die französischen Gäste auch eine Vertiefung der
Beziehungen zwischen Frankreich und Österreich, zumal, wie Trillard
zu bedenken gab, beide Länder zahlreiche gemeinsame
Interessensschwerpunkte aufweisen.
Abgeordneter Josef Cap plädierte dafür, im Sinne einer besseren
Balance die Achse Berlin-Paris um Wien und andere interessierte
Partner zu ergänzen, und fügte an, die Impulse in der Union sollten
nicht nur von einer einzigen Hauptstadt ausgehen. Klar war für Cap,
dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung in Richtung Wachstum,
Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit bedarf, damit Europa wieder
eine führende Rolle in der Welt spielen kann.
Weiteres Thema des Meinungsaustausches war die Frage
Wehrpflicht/Berufsheer, die vom Abgeordneten Peter Westenthaler (B)
zur Sprache gebracht wurde. Trillard erinnerte an die Abschaffung der
allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich unter Präsident Chirac,
beurteilte die seither gemachten Erfahrungen als positiv und
argumentierte vor allem, das Berufsheer biete eine bessere Ausbildung
und bessere soziale Aufstiegschancen.
Die französische Delegation wird morgen abermals im Parlament
erwartet und dabei zu Gesprächen mit dem Obmann des
Finanzausschusses, dem Abgeordnetem Günther Stummvoll (V),
zusammentreffen. (Schluss)
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