• 11.10.2012, 13:01:20
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Kadenbach/Leichtfried: "Lassen beim Tierschutz nicht locker"

SPÖ-Europaabgeordnete kritisieren "Lobbyisten der Agrarindustrie, die einmal mehr ihre wirtschaftlichen Interessen schamlos durchsetzen"

Utl.: SPÖ-Europaabgeordnete kritisieren "Lobbyisten der
Agrarindustrie, die einmal mehr ihre wirtschaftlichen
Interessen schamlos durchsetzen"=

Wien (OTS/SK) - In der heutigen Annahme des Berichts über den Schutz
von Tieren beim Transport im Ausschuss für Landwirtschaft und
ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments wird die
unterschiedliche Interpretation der aktuellen Gesetzgebung in den
verschiedenen Mitgliedstaaten zu Lasten der Tiere kritisiert, so die
beiden SPÖ-Europaabgeordneten Jörg Leichtfried und Karin Kadenbach:
"Leider haben sich aber die Lobbyisten der Agrarindustrie
durchgesetzt und sich nicht einmal für einen ohnehin schon stark
verwässerten Kompromiss ausgesprochen, der acht Stunden
Maximaltransport für Schlachttiere fordert." Im Kompromiss waren
Einschränkungen vorgesehen, falls beispielsweise der Mitgliedstaat
sich in starker Randlage der Europäischen Union befindet. ****

Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche
Entwicklung, sagt: "Einen kleinen Erfolg gibt es aber bei
Schlachtpferdetransporten, hier hat sich eine Mehrheit der
Abgeordneten für eine Verkürzung der Transportdauer ausgesprochen.
Insgesamt stellen wir mit diesem Bericht klar, dass jede Aktivität
zum Schutz und zum Wohlergehen von Tieren von dem Grundsatz ausgehen
muss, dass Tierschutz im 21. Jahrhundert ein Ausdruck von
Menschlichkeit und eine Herausforderung für die europäische
Zivilisation und Kultur ist. Gerade aber auch hinsichtlich der
Lebensmittelsicherheit ist es entscheidend, eine möglichst kurze
Transportdauer zu erzielen, da sich das Risiko der Übertragung von
Krankheiten sonst erhöht. Außerdem wünsche ich mir mehr lokale
Schlachthöfe, die eine lange Transportdauer überflüssig machen
würden. Es ist nicht hinnehmbar, dass besonders kleine lokale
Schlachthöfe in der Vergangenheit schließen mussten, da die
EU-Hygienevorschriften zu anspruchsvoll wurden, hier haben wir uns
für ein Umdenken ausgesprochen."

Für Jörg Leichtfried, Vizepräsident der Animal Welfare Intergroup,
ist es nicht länger hinnehmbar, dass "Lobbyisten der Agrarindustrie
weiter Tierleid in Kauf nehmen, nur um noch mehr Gewinne
einzufahren". Gerade im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche
Entwicklung gibt es leider besonders viele "Agrar-Hardliner, die auf
Tiere keine Rücksicht nehmen". "Die Einschränkung der
Tiertransportzeiten ist sehr vielen Europäerinnen und Europäern ein
Anliegen. Nicht umsonst ist es mittels der Kampagne 8hours gelungen,
über eine Million Unterschriften zu sammeln, die mittlerweile auch an
die Kommission übergeben wurden", so Leichtfried. Ich hoffe, dass wir
bei der Plenarabstimmung im November noch einen klaren Ruf des
Europäischen Parlaments nach 8 Stunden Transportmaximaldauer für
Schlachttiere hinbekommen. "Ich freue mich aber, dass sich der
Agrarausschuss für mehr unangekündigte Kontrollen bei Transporten
eingesetzt hat und Sanktionen für Verstöße verschärft werden sollen.
Es kann nicht sein, dass die Strafen von nur 60 Euro in einem
Mitgliedstaat bis zu mehr als 5.000 Euro in anderen Mitgliedstaaten
reichen." (Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis: Mag. Markus Wolschlager, SPÖ-Delegation im
Europäischen Parlament, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail:
[email protected]

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