• 11.10.2012, 12:28:07
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GLOBAL 2000 begrüßt Schließung des Brunnenfeldes Bisamberg

EVN Trinkwasserbrunnen zuletzt mit 0,3 bis 4,3 Mikrogramm pro Liter Clopyralid belastet

Utl.: EVN Trinkwasserbrunnen zuletzt mit 0,3 bis 4,3 Mikrogramm pro
Liter Clopyralid belastet=

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
begrüßt den Schritt der EVN, das Brunnenfeld Bisamberg in Abstimmung
mit der Trinkwasseraufsicht des Landes Niederösterreich zu schließen.
Die von der EVN heute im Rahmen einer Informationsveranstaltung
präsentierten Daten zeigen, dass alle drei Brunnen mit dem Pestizid
Clopyralid kontaminiert sind, und zwar in Mengen zwischen 0,3 und
4,3 Mikrogramm pro Liter. Dass eine Messsonde, die stromaufwärts der
Brunnen liegt, bereits mit 15 Mikrogramm belastet ist, deutet darauf
hin, dass die Werte weiter ansteigen werden. Die
Untersuchungsergebnisse stammen vom 7.September 2012. Sie
veranlassten die EVN, das Brunnenfeld Bisamberg sofort vom
Trinkwassernetz zu nehmen. Leider kann aus heutiger Sicht nicht
ausgeschlossen werden, dass während der Sommermonate, in denen die
EVN diese Brunnen nach eigenen Angaben zur Abdeckung von
Spitzenlasten zuzog, mit Clopyralid belastetes Wasser in die
Trinkwasserversorgung gelangt ist. Davon betroffen wären
möglicherweise die Gemeinden Leobendorf, Bisamberg, Stetten,
Kreuzstetten, Enzersfeld, Ernstbrunn, Hagenbrunn, Großebersdorf,
Großmugl, Großrußbach, Ladendorf, Harmannsdorf, Hochleithen, Kreutal,
Ulrichskirchen, Pillichsdorf und Niederleis.

"Viele Menschen quält nun die Frage, ob das Trinkwasser, das sie in
den letzten Monaten und Jahren konsumiert haben, mit Pestiziden
belastet war, und welche gesundheitlichen Auswirkungen damit
verbunden sein könnten", sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von
GLOBAL 2000 und führt fort: "Die gute Nachricht ist, dass der EU-weit
geltende Grenzwert für Pestizide in Trinkwasser mit 0,1 Mikrogramm
pro Liter sehr niedrig ist! Selbst wenn wir vom Worst-Case-Szenario
ausgehen, und den am stärksten belasteten Brunnen hernehmen,
enthielte sein Trinkwasser mit 4,3 Mikrogramm Clopyralid pro Liter im
Vergleich immer noch deutlich weniger Pestizide als ein
durchschnittliches Kilogramm Obst oder Gemüse aus konventioneller
Landwirtschaft. Dieses enthält laut deutschen Untersuchungsprogrammen
durchschnittlich 300 bis 400 Mikrogramm an verschiedenen
Pestizidrückständen pro Kilogramm. Doch wirklich beruhigend ist das
nicht, wenn man sich die Bilder von verkrüppelten Pflanzen in
Erinnerung ruft, die mit kontaminiertem Korneuburger Grundwasser
gegossen worden waren."

Ganz und gar nicht beruhigend ist allerdings die Tatsache, dass die
Entdeckung dieser Kontamination von Trinkwasserbrunnen letztlich nur
einer glücklichen Verkettung von Umständen zu verdanken ist. Der
Skandal rund um das Korneuburger Wasser wurde im Rahmen von GLOBAL
2000- und ORF-Recherchen für eine "Am Schauplatz"-Sendung aufgedeckt.
Die Behörden versuchten zu beschwichtigen und ignorierten jahrelang
eindeutige Hinweise besorgter BürgerInnen. Dank dem ORF und GLOBAL
2000 kann die Kontamination des Grund- und mitunter sogar
Trinkwassers nicht mehr totgeschwiegen werden. Damit der Schutz von
KonsumentInnen zukünftig aber keine Glückssache mehr ist, legt GLOBAL
2000 Gesundheitsminister Alois Stöger dringend nahe, allen
österreichischen Trinkwasserversorgern in viertel- bis halbjährlichen
Intervallen ein umfassendes Pestizidscreening durch z.B. das
Umweltbundesamt vorzuschreiben. Mit geringem Kostenaufwand ließe sich
so ein hohes Maß an Sicherheit für die TrinkwasserkonsumentInnen
gewinnen.

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