• 08.10.2012, 12:11:00
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FPÖ-Karlsböck: ELGA macht die österreichischen Patienten "Supernackt"

Sensible Gesundheitsdaten im Netz sind tickende Zeitbombe für Patienten

Utl.: Sensible Gesundheitsdaten im Netz sind tickende Zeitbombe für
Patienten=

Wien (OTS) - Bei der nun schon unendlichen Geschichte der
Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA), sei bislang nur die technische
Umsetzbarkeit im Vordergrund gestanden. "Patientenrechte und eine
damit verbundene Datensicherheit wurden sträflichst vernachlässigt",
so der freiheitliche Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck, der
betonte, dass es bei der ganzen Diskussion um nicht weniger als den
Schutz des Arztgeheimnisses und den Kampf gegen die Schlamperei in
Bezug auf die Datensicherheit gehe. "ELGA macht die österreichischen
Patienten 'Supernackt'", so Karlsböck, der betonte, dass die
hochsensiblen Patientendaten derzeit einzig in den Arztpraxen sicher
seien.

Trotz zahlreicher Bedenken von Seiten der Ärzte und der Datenschützer
wolle nun also die Regierung die elektronische Krankenakte ELGA
durchziehen, zeigte sich Karlsböck vom diesbezüglichen ÖVP-Umfaller
enttäuscht. Die Möglichkeit des "Opting-Out" wonach man automatisch
teilnehme, wenn man nicht ausdrücklich widerspreche, sei ein fauler
Kompromiss, bei dem die Patienten auf Aufklärung durch die Ärzte
angewiesen seien, was diese wiederum viel Zeit und Geld kosten werde,
kritisierte Karlsböck diese Patientenfalle.

Außerdem werde durch dieses System die Behandlung der Patienten zu
zusätzlichen zeitlichen Verzögerungen im täglichen Ablauf führen,
kritisierte Karlsböck, der es auch für unverantwortlich und völlig
unverständlich hält, dass es keine einführende Probephase geben wird,
sondern dieses unausgegorene Projekt einfach durchgezogen werde. Habe
doch die Pleite bei der e-Medikation bereits gezeigt, wie Theorie und
Praxis auseinander klaffen könnten, erinnerte Karlsböck an den
letzten Stöger-Bauchfleck. .

"Besonders enttäuschend ist wieder einmal das Verhalten der ÖVP, die
hier vor dem Prestigeprojekt des Gesundheitsministers trotz anderer
Beteuerungen in die Knie geht. Wir werden die Patienten jedenfalls
aufklären und ihnen empfehlen unter keinen Umständen an ELGA
teilzunehmen, wenn sie nicht möchten, dass eines Tages ihre
Gesundheitsdaten im Internet nachlesbar sein werden", so Karlsböck.

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