• 05.10.2012, 11:33:55
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Hauptverband der Gerichtssachverständigen feiert 100-Jahr-Jubiläum NR-Präsidentin Prammer lud zu Festakt ins Parlament

Wien (PK) - Sachkundig, objektiv, unparteiisch und unabhängig. Das
ist der Anspruch, den Gerichtssachverständige an sich selbst stellen.
Als Helfer des Gerichts wollen sie ihr Spezialwissen zur Beurteilung
komplexer Sachverhalte zur Verfügung stellen und auch Privatpersonen
mit ihrer Kompetenz die Grundlage für Entscheidungen bieten. Seit 100
Jahren ist die Mehrheit der Gerichtssachverständigen im Hauptverband
organisiert - Anlass genug, um im Rahmen eines Festakts im Parlament
einmal Rückschau zu halten und über die Rolle und Bedeutung von
Sachverständigen in Gerichtsverfahren zu diskutieren.

Eingeladen zum Festakt im Hohen Haus hatte der Hauptverband gemeinsam
mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. In Vertretung von
Prammer begrüßte Parlamentsdirektor Harald Dossi die zahlreichen
prominenten Gäste und wies auf die Bedeutung von unabhängigen
Sachverständigen hin. Auch die Arbeit des Parlaments wäre ohne
Experten undenkbar, hielt er fest.

Matthias Rant, Präsident des Hauptverbandes der
Gerichtssachverständigen, machte auf die beachtliche Tradition der
Vereinigung aufmerksam und meinte, die Sachverständigen hätten die
Veränderungen der letzten 100 Jahre gut bewältigt. Er hob vor allem
die gute Kooperation mit den Gerichtshöfen und anderen Bereichen der
Justiz hervor und äußerte die Hoffnung, dass der Geist des
Miteinander auch in Zukunft erhalten bleibe. Zum 100-Jahr-Jubiläum
des Hauptverbandes ist auch eine monumentale Festschrift erschienen,
die Rant beim Festakt präsentierte.

Mehr als 9.000 Sachverständige unterstützen Gerichte

Neben OGH-Präsident Eckart Ratz, Generalprokurator Ernst Eugen
Fabrizy und Roland R. Vogel, Präsident des Bundesverbandes der
Sachverständigen Deutschland, würdigte Justizministerin Beatrix Karl
in einer Grußadresse die Arbeit der Gerichtssachverständigen. Die
Entwicklung, die das Sachverständigenwesen seit 1912 genommen habe,
sei wahrlich eindrucksvoll, unterstrich sie. Derzeit stünden deutlich
über 9.000 Sachverständige auf der Liste der Gerichte. Für Karl sind
unabhängige Gutachter ein wesentlichen Baustein für das Funktionieren
der Justiz, Sachverständige seien aus einem modernen Gerichtswesen
nicht mehr wegzudenken.

Auch wenn immer wieder Kritik an einzelnen Gerichtssachverständigen
oder Gruppen von Sachverständigen geübt werde, dürfe das nicht
darüber hinwegtäuschen, dass das Gros der Verfahren reibungslos und
zur vollsten Zufriedenheit der Gerichte und der Parteien ablaufe,
bekräftigte die Justizministerin. Die Sachverständigen seien bewährte
und verlässliche Partner. Kritisch äußerte sich Karl zum immer
stärker werdenden Spar- und Kostendruck.

Im Anschluss an die Grußadressen eröffnete Martina Salomon,
stellvertretende Chefredakteurin des Kurier, eine Podiumsdiskussion
zum Thema "Sachverständige: Beurteilen oder Verurteilen?", an der der
Präsident der Vereinigung der österreichischen Richterinnen Werner
Zinkl, die Vizepräsidentin der Rechtsanwaltskammer Wien Elisabeth
Rech, Oberstaatsanwältin Ilse-Maria Vrabl-Sanda, der Journalist Paul
Yvon sowie Matthias Rant und Alexander Schmidt von Seiten des
Hauptverbandes der Gerichtssachverständigen teilnehmen.

Für die musikalische Umrahmung des Festakts, der unter dem
Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer steht, sorgte das
Streichquartett StringFizz. (Schluss)

HINWEIS: Fotos vom Festakt finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der
Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum.

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2260, Fax. +43 1 40110/2640
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