• 03.10.2012, 09:38:14
  • /
  • OTS0035 OTW0035

Bayr fordert Einstellung des Verfahrens gegen tunesisches Vergewaltigungsopfer

Regierung will Strafe für tunesische Polizisten nach Vergewaltigung

Utl.: Regierung will Strafe für tunesische Polizisten nach
Vergewaltigung=

Wien (OTS/SK) - "Immerhin hat der tunesische Ministerpräsident eine
harte Strafe für die Polizisten angekündigt, die vor wenigen Wochen
eine junge Tunesierin vergewaltigten. Das ist der erste Schritt. Nun
muss das Verfahren gegen das Vergewaltigungsopfer eingestellt
werden", fordert Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale
Entwicklung. ****

Die junge Tunesierin wurde von der Polizei angehalten, als sie mit
ihrem Verlobten im Auto war. Nach Angaben der Polizei habe sie sich
in einer "unsittlichen Position" befunden. In der Folge habe einer
der Polizisten ihren Freund festgehalten, während zwei andere sie
vergewaltigt hätten. Nach einer Meldung bei der Polizei, wurde die
Frau selber wegen "unsittlichen Verhaltens" angezeigt. Bei einer
Verurteilung drohen ihr bis zu sechs Monate Haft.

Der Fall sorgte in Tunesien für Aufregung und etwa 200 Menschen
demonstrierten gegen die Anklage der Frau. "Ich begrüße die
Demonstration und unterstütze die Forderung der Demonstranten nach
einer unabhängigen und fairen Justiz. Es kann nicht sein, dass eine
Frau angeklagt wird, weil sie sich in einer angeblich unsittlichen
Position befindet. So haben sich die tunesischen Frauen den
arabischen Frühling nicht vorgestellt", betont Bayr und fordert die
sofortige Einstellung des Verfahrens: "Statt die Frau vor Gericht zu
stellen, muss sie für die körperlichen und seelischen Schmerzen, die
sie durch die Vergewaltigung erlitten hat, entschädigt werden. Das
Verfahren gegen sie ist frauenverachtend und muss eingestellt
werden!" (Schluss) sv/mp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SPK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel