• 11.09.2012, 15:50:44
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Weitgehende Übereinstimmung Finnlands und Österreichs bei GAP-Reform Delegation des finnischen Landwirtschaftsausschusses im Parlament

Wien (PK) - Eine Delegation des Landwirtschaftsausschusses des
finnischen Parlaments traf heute Vormittag im Rahmen eines
Wienbesuchs zu einem Meinungsaustausch mit Mitgliedern des
Nationalratsausschusses für Land- und Forstwirtschaft zusammen. Die
Delegation, der Mitglieder aller im Landwirtschaftsausschuss des
finnischen Parlaments vertretenen Parteien angehörten, wurde von Jari
Leppä (Finnische Zentrumspartei) angeführt. Für die österreichische
Seite nahmen unter Leitung von Abgeordnetem Jakob Auer (V) auch die
Abgeordneten Elisabeth Hakel (S) und Anna Höllerer (V) teil.

Zur Sprache kamen in der angeregten Diskussion gemeinsame Fragen zur
Landwirtschaft, wobei die GAP-Reform an erster Stelle stand. Wie Jari
Leppä betonte, herrscht zu diesem Thema in Finnland ein weitgehender
Konsens aller Parlamentsparteien. Insgesamt wünsche man sich eine
Vereinfachung des Systems der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Von
besonderem Interesse sei für Finnland die Entwicklung im Bereich der
Milchwirtschaft, die vor allem in den klimatisch weniger begünstigten
Landesteilen von Bedeutung ist. Sie sei der stärkste Zweig der
finnischen Landwirtschaft und könne kostendeckend produzieren.
Allerdings habe nach dem EU-Beitritt ein starker
Konzentrationsprozess eingesetzt. Leppä erläuterte, dass Finnland ein
adäquates Nachfolgemodell für die auslaufenden Milchkontingente
anstrebe, welche dessen Funktionen übernehmen könne, nämlich einen
Lenkungseffekt in der Milchproduktion zu erzielen und Absatzgarantien
zu schaffen. Abgeordneter Auer unterstrich, dass Absatzgarantien für
Milchbetriebe auch in Österreich ein Thema seien, da nur dadurch
sicher gestellt sei, dass auch weniger begünstigte Regionen weiter
bewirtschaftet werden.

"Greening" soll kein bloßes Schlagwort bleiben

Weitgehende Übereinstimmung zeigte sich auch in den Fragen des so
genannten "Greening", das nicht nur eine kosmetische Maßnahme
darstellen dürfe, sondern Fortschritte im Umweltschutz bringen müsse.
Sowohl Finnland als auch Österreich sind zudem daran interessiert,
dass ihre nationalen Öko-Programme von der EU als Vorleistungen
anerkannt werden. Auch in der Frage der Ablehnung von gentechnisch
veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft herrschte ein
breiter Konsens. Die TeilnehmerInnen der finnischen Delegation
zeigten sich auch interessiert an den Fragen der Erhaltung von
Familienbetrieben und Betriebsübergaben in Österreich und den
Gründen, warum ein großer Teil der landwirtschaftlichen Betriebe von
Frauen geführt wird. Es herrschte Übereinstimmung zum Hinweis von
Abgeordneter Hakel, dass Frauen einen zentralen Beitrag zur
wirtschaftlichen Lebensfähigkeit der ländlichen Regionen leisten.
Abgeordnete Höllerer meinte dazu, dass vor allem die zweite Säule der
GAP, also der Bereich der Entwicklung des ländlichen Raums, Programme
enthalten müsse, die auf die Bedürfnisse von Frauen im ländlichen
Raum zugeschnitten sind.

Nicht völlig einheitlich sind die Positionen in den beiden Ländern zu
den Fragen der Agrarförderungen. Delegationsleiter Jari Leppä
betonte, dass Finnland aufgrund der dort historisch gewachsenen
Förderstruktur kein Problem mit der Entkoppelung der Förderungen von
der Produktion habe. Man sei aber gleichzeitig für die Möglichkeit
freiwilliger gekoppelter Zahlungen zwecks Aufrechterhaltung der
Produktion in benachteiligten Gebieten. Abgeordneter Auer meinte
dazu, er trete dafür ein, dass Förderungen ganz grundsätzlich an die
Aufrechterhaltung der Produktion zu knüpfen seien. Zahlungen für
Stilllegungen halte er prinzipiell für nicht vertretbar. (Schluss)

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