- 28.08.2012, 10:32:36
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Herzstillstand: Raschere Notfallhilfe würde zahlreiche Menschenleben retten
Wien (OTS) - Alleine in Wien sterben Jahr für Jahr rund 3.000
Menschen an Herzstillstand. Die Betroffenen sind im Schnitt erst 66
Jahre alt. Bei rechtzeitiger Hilfe könnten viele davon noch leben,
wie eine aktuelle Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt.
Der plötzliche Herztod durch Herzstillstand ist die häufigste
tödliche Herzerkrankung. Dennoch waren exakte Zahlen bisher
Mangelware. Grund genug für Fritz Sterz von der Universitätsklinik
für Notfallmedizin an der MedUni Wien, eine entsprechende Studie zu
initiieren.
Die Ergebnisse der Studie sprechen eine deutliche Sprache: Weder ein
Herzinfarkt, noch ein Herzstillstand kommen heute einem Todesurteil
gleich. Denn bei rechtzeitigen Maßnahmen durch ErsthelferInnen sind
die Überlebenschancen hoch. Dazu Sterz: "Ein Drittel aller
rechtzeitig behandelten und von der Rettung in eine Notfallaufnahme
gebrachten Menschen können das Krankenhaus lebend wieder verlassen."
Oft ist jedoch kein Ersthelfer zur Stelle, weshalb die Rettung
häufig nur noch den Tod feststellen kann. Die gesamte Überlebensrate
beträgt aus diesem Grund nur neun Prozent, ein Wert mit dem Wien im
internationalen Mittelfeld liegt. Insbesondere in den
skandinavischen Ländern ist die Überlebensrate deutlich höher.
Durch mehr Laienhilfe ließe sich Überlebensrate deutlich steigern
Deshalb plädiert Sterz für noch mehr Hilfe durch Laien. Denn
rechtzeitige Notfallhilfe erhöht die Überlebenschancen bei einem
Herzstillstand deutlich. "In Wien hilft bei jedem zweiten
Herzstillstand ein Laie. Im internationalen Vergleich ist dieser
Wert recht hoch. Toll wäre es, wenn Laien in jedem Fall helfen
würden", so Sterz, der sich aus diesem Grund für Hinweistafeln zum
richtigen Verhalten im Notfall und Notfallkurse in den Schulen
einsetzt.
StudentInnen leisteten Hauptarbeit der Studie
Für die kürzlich in "Resuscitation", einem international führenden
Wissenschaftsjournal für Notfallmedizin, erschienene Studie wurden
Zahlen der Jahre 2009 und 2010 gesammelt und ausgewertet. Laut
Sterz, dem Initiator und Leiter der Studie, eine Knochenarbeit: "Ein
Team von StudentInnen der MedUni Wien, unter ihnen auch der
Erstautor der Studie, Alexander Nürnberger, hat hier wirklich ganze
Arbeit geleistet. Alleine die Organisation aller Krankengeschichten
bedeutete einen ungeheuren Aufwand. Außerdem spielte die
hervorragende Zusammenarbeit mit der Wiener Rettung eine große Rolle
für das Zustandekommen der Studie."
Erstmals aktuelle Zahlen für den deutschsprachigen Raum
Die bisher letzte heimische Studie zum Thema Herzstillstand datierte
aus den 90er Jahren. Auch im gesamten deutschen Sprachraum ist bis
dato entsprechendes aktuelles Zahlenmaterial eine Rarität.
Service: Resuscitation
"Out of hospital cardiac arrest in Vienna: Incidence and outcome."
Alexander Nürnberger, Fritz Sterz, Reinhard Malzer, Alexandra
Warenits, Michael Girsa, Mathias Stöckl, Gerald Hlavin, Ingrid Anna
Maria Magnet, Christoph Weiser, Andreas Zajicek, Harald Glück, Marie
Sophie Grave, Vivien Müller, Nina Benold, Pia Hubner, Alfred Kaff;
j.resuscitation.2012.07.002.
Medizinische Universität Wien - Kurzprofil
Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.
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