- 28.08.2012, 10:11:44
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Ethikunterricht: Bildungsministerin Schmied erhält Rückendeckung
Wien (OTS) - Für ihre Ankündigung, einen für alle Schüler
verpflichtenden Ethikunterricht einführen zu wollen, erhält
Bildungsministerin Claudia Schmied von der "Initiative Religion ist
Privatsache" vorsichtige Unterstützung. Insbesondere Schmieds Plan,
den Ethikunterricht getrennt vom Religionsunterricht zu behandeln,
stößt bei Initiativevorstand Eytan Reif auf Zustimmung. "Es war
höchste Zeit, dass auch von Seiten eines Regierungsmitgliedes in
dieser Sache klare, ehrliche und vor allem demokratische Worte
gesagt werden" so Reif, der jedoch vor Euphorie warnt: "In
Anbetracht der ablehnenden Haltung der ÖVP und des von ihr, ob
direkt oder über Vorfeldorganisationen, heftig betriebenen
pro-religiösen Lobbyismus, dürfte in Sachen Ethikunterricht noch ein
heißer Herbst bevorstehen".
Äußerungen seitens der ÖVP-nahen Schülerunion bzw. des
Katholischen Familienverbands (KFÖ), wonach Ethik nur als
alternativer Pflichtgegenstand zum konfessionellen
Religionsunterricht denkbar ist, wertet Astrophysiker und
Initiativeobmann Prof. Heinz Oberhummer als "lächerlich, einer
aufgeklärten Gesellschaft nicht würdig und politisch motiviert".
"Wer heute behauptet, dass Bibel- oder Koranstunden einen
gleichwertigen Ersatz für einen fundierten und weltanschaulich
neutralen Ethikunterricht liefern, wird als nächstes für den
Kreationismus als Ersatz für das Pflichtfach 'Biologie' eintreten"
argumentiert Oberhummer, der auch davor warnt, entsprechend den
ÖVP-Vorstellungen Religionslehrer als Ethiklehrer einzusetzen.
"Gegen den offenen oder verdeckten Einsatz von Religionslehrern als
Ethiklehrer wird die Initiative gegebenenfalls juristisch vorgehen"
so Oberhummer.
Rückendeckung erhält Schmied auch von der renommierten
Biochemikerin Renée Schroeder, die der Bildungsministerin
"Durchhaltevermögen gegenüber Kirchenlobbyisten und bildungsfernen
Politikern" wünscht und das ÖVP-Vorhaben, den Ethikunterricht
lediglich als Ersatzpflichtgegenstand zum Religionsunterricht
einzuführen, als "zynischen Totalangriff auf die Bildung in
Österreich" bezeichnet.
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