- 23.08.2012, 13:52:50
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ÖGB-Oberhauser: Überstunden reduzieren, Arbeitszeit verkürzen
Frauen auch hier stärker benachteiligt - Armutszeugnis für Unternehmen
Utl.: Frauen auch hier stärker benachteiligt - Armutszeugnis für
Unternehmen=
Wien (OTS/ÖGB) - "Die Anfragebeantwortung von Sozialminister
Hundstorfer zum Thema Überstunden gibt den Forderungen des ÖGB zu
Arbeitszeitverkürzung und einer zusätzlichen Urlaubswoche zu hundert
Prozent recht", sagt ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser.
"Einerseits klagen Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft
ständig über das niedrige faktische Pensionsantrittsalter, und
andererseits werden in Österreich Überstunden in horrendem Ausmaß
geleistet - das passt nicht zusammen." Dass Frauen auch hier
besonders benachteiligt sind, findet Oberhauser "ein
Armutszeugnis".++++
"Überlange Arbeitszeiten machen krank, deshalb darf sich die
Wirtschaft der Forderung nach kürzeren Arbeitszeiten nicht länger
entgegenstellen. Wer viel arbeitet, soll das erstens korrekt bezahlt
bekommen und braucht zweitens auch Zeit zur Erholung", sagt
Oberhauser. Der ÖGB fordert außerdem, dass auch freie
DienstnehmerInnen einen gesetzlichen Urlaubsanspruch bekommen. Auch
die geplante Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters werde
nur gelingen, wenn die Menschen länger gesund bleiben.
Besonders bedenklich findet Oberhauser, dass Frauen auch in
diesem Bereich die größeren Nachteile haben. "Niemand soll
unbezahlte Überstunden leisten müssen", so Oberhauser. "Dass das
aber vermehrt die Frauen trifft, wie aus der Beantwortung des
Sozialministers hervorgeht, ist ein Armutszeugnis für die
Unternehmen, die uns ja gerne weismachen, in Punkto Frauenförderung
und Gleichstellung ohnehin schon so viel zu tun."
Als Einstieg in die Arbeitszeitverkürzung fordert der ÖGB, die
Überstunden für die Arbeitgeber zu verteuern, um sie zu reduzieren.
"Ein Euro mehr pro Überstunde, und der soll jeweils zur Hälfte an
Arbeitslosen- und Krankenversicherung fließen." Der ÖGB und die
Gewerkschaften raten allen ArbeitnehmerInnen, im Zweifel
Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen, um in Streitfällen vor Arbeits-
und Sozialgerichten Beweismaterial vorlegen zu können. "Überstunden
nicht zu bezahlen grenzt an Diebstahl, denn die Firmen haben ja eine
Leistung von ihren Beschäftigten bekommen."
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