- 16.08.2012, 10:52:29
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Bayr: Agro-Treibstoffe tragen Mitschuld an steigenden Nahrungsmittelpreisen
Agro-Treibstoffe nicht nachhaltig - Beimischungsziele müssen überdacht werden
Wien (OTS/SK) - Zu den Berichten über die weltweit steigenden
Preise für Grundnahrungsmittel betont Petra Bayr,
SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, dass die Verarbeitung
von Nahrungsmitteln wie Mais und Soja zu sogenannten
Agro-Treibstoffen Mitschuld an dieser Entwicklung trägt.
"Agro-Treibstoffe sind weder bio noch nachhaltig. Der Anbau von
Pflanzen für die Gewinnung von Treibstoff verdrängt den Anbau von
Nahrungsmitteln. Dies verstärkt wiederum die Nahrungsmittelknappheit
und führt zu steigenden Preisen auf den Weltmärkten", kritisiert Bayr
heute, Donnerstag, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. Die
SPÖ-Abgeordnete fordert daher ein Umdenken in Richtung Ausbau des
öffentlichen Verkehrs sowie E-Mobilität und sieht Umweltminister
Berlakovich in der Pflicht, von der Einführung des Treibstoffs "E10"
in Österreich (ab Herbst soll herkömmlichen Treibstoffen ein
zehnprozentiger Anteil an Ethanol beigemischt werden) abzusehen. ****
In Zeiten wie diesen, in denen sich der Nahrungsmangel in
Entwicklungsländern immer weiter verstärkt, ist es, so Bayr,
"unmoralisch, Nahrungsmittel zu Treibstoffen zu verarbeiten." Weiters
stelle der Anbau von Nahrungsmitteln für die Treibstoffgewinnung auch
eine große Gefahr für das Weltklima und die Menschen dar, da die
CO2-Senke Regenwald gerodet wird um Anbauflächen für Energiepflanzen
zu schaffen. "All diese negativen Folgen die der Anbau von
Agro-Treibstoffen mit sich bringt, zeigen, dass diese Form des
Treibstoffs die völlig falsche Antwort auf die Problematik der
Klimaerwärmung ist", plädiert Bayr für "eine neue Herangehensweise an
die Energieproblematik." Um die Menschheit mit wirklich nachhaltigen
Energieformen zu versorgen, müsse verstärkt in den Bereichen
E-Mobilität und agrarische Treibstoffe jüngerer Generationen, die
pflanzliche Abfallprodukte verwenden, geforscht werden.
Weltweit nehme, so Bayr, die Kritik an den herkömmlichen
Agro-Treibstoffen bereits immer stärker zu. "Zahlreiche Experten und
auch namhafte Politiker wie der deutsche Energieminister Niebel
fordern bereits einen Verkaufsstopp für E10", so Bayr, die
kritisiert, dass Umweltminister Berlakovich E10 bereits mit Herbst
dieses Jahres auf dem österreichischen Markt zulassen will. "Statt an
der Einführung von E10 festzuhalten, soll sich Minister Berlakovich
für eine Überarbeitung der EU-Nachhaltigkeitskriterien für
Agro-Treibstoffe, in der auch die 'indirekten' Effekte berücksichtigt
werden, einsetzen. Die Nachhaltigkeitskriterien bei der Produktion
von Agro-Treibstoffen müssen streng, transparent und weltweit
nachvollziehbar sein", fordert die SPÖ-Bereichssprecherin. (Schluss)
sv/up
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
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