• 03.08.2012, 09:15:42
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FPÖ-Kickl: Österreichischer Sport braucht ganzes Maßnahmenbündel

Olympiatourist Darabos soll rot-schwarzes Tabu brechen: Weg mit den Dachverbänden - Kritik an "Geheimaktion Sportförderung neu"

Wien (OTS) - "Konstante internationale Wettbewerbsfähigkeit
insbesondere des österreichischen Sommersports ist nur mit einem
ganzen Bündel an Maßnahmen zu erreichen. Hier unabhängig von der
Momentaufnahme eines Medaillenspiegels nachhaltig anzusetzen hätte
der Olympiatourist Darabos längst die Chance und die Pflicht gehabt",
kritisierte FPÖ-Sportsprecher NAbg. Herbert Kickl die bisherige
Untätigkeit des Schönwettersportministers, der sich bei Erfolgen zwar
gerne als mitverantwortlich, bei Misserfolgen aber als völlig
unverantwortlich darstelle. In Österreich verdanke sich Erfolg im
(Sommer)spitzensport zumeist dem überdurchschnittlichen Einsatz und
der Opferbereitschaft von einzelnen Athleten, Trainern und Betreuern.
"Es gibt zu viel Zufall und viel zu wenig System", so Kickl. Wer
eine gute Spitze im Sport erzielen wolle, der brauche eine möglichst
breite Basis, so Kickl in Richtung Minister.

Die Notwendigkeit der Vermittlung von Freude an Bewegung und
Wettbewerb sowie dem damit verbundenen gesundheitlichen Nutzen müsse
bereits im Vorschulalter umfassend beginnen, meinte der freiheitliche
Sportsprecher und verwies in diesem Zusammenhang auch auf den immer
schlechter werdenden körperlichen Zustand von Jungmännern bei der
Musterung. "Zur sportlichen Förderung gehört übrigens auch ein
positiver Zugang zu Werten wie Leistung und Disziplin, die die SPÖ in
allen anderen Bereichen mit politischen Maßnahmen schlecht zu machen
versucht", erläuterte Kickl. Es sei notwendig, den Schulsport aus
seinem bisherigen Schatten- und Randdasein herauszuführen und ihn in
Verbindung mit der Tätigkeit der einzelnen Sportvereine massiv
aufzuwerten. Die internationale Entwicklung zeige, dass die gezielte
Förderung hin zum Spitzensport sehr früh beginne und der frühen
Entdeckung von Begabungen, einer umfassenden sportlichen
Grundausbildung und einer individuellen Frühförderung eine wichtige
Rolle zukomme, so Kickl in Richtung Sportminister. Überdies sei es
nötig, den Trainerstand inhaltlich und finanziell aufzuwerten und
insbesondere für die Arbeit mit jungen Talenten auf die besten Kräfte
zurückzugreifen.

"Des weiteren ist Darabos dazu angehalten, im Bereich der
Sportstätten endlich längst überfällige Maßnahmen einzuleiten:
Einerseits braucht es eine umfassende und breite Nutzungsmöglichkeit
der vorhandenen öffentlichen Sportinfrastruktur, die sich jetzt
dadurch "auszeichnet", über lange Phasen geschlossen und damit nicht
benutzbar zu sein. Der Blick durch einen abgesperrten Zaun oder eine
verschlossene Tür auf eine Sportstätte produziert nur Frustration und
keine Leistung. Zum zweiten braucht es einen gezielten Plan zum
Ausbau von Sportstätten", so der freiheitliche Sportsprecher. Kickl
verwies in diesem Zusammenhang etwa auf die im internationalen
Vergleich mehr als magere Infrastruktur im Schwimmbereich was 50
Meter-Becken betreffe oder die Unterentwicklung für Leichtathletik in
der Halle. "Unter diesen Voraussetzungen ist es ein Wunder, dass
Österreich überhaupt internationale Top-Schwimmer und Leichtathleten,
die im Spitzenfeld mithalten können, hervorbringen kann."

"Wenn es Sportminister Darabos ernst damit ist, den österreichischen
Spitzensport international konkurrenzfähig zu machen, wird er auch
das rot-schwarze Tabu der Sportdachverbände aufbrechen müssen, die es
in erfolgreichen Ländern nicht gibt", so Kickl. Bei den Dachverbänden
auf Bundes- und Landesebene handle es sich um eine unnötige Ebene der
Sportbürokratie, deren Aufgaben im Breiten- bis zum Spitzensport viel
sinnvoller von den Fachverbänden selbst übernommen werden könnten,
wodurch auch mehr finanzielle Ressourcen für den Sport frei würden.
Die österreichische Sportbürokratie sei durch und durch mit Rot und
Schwarz verpolitisiert, sodass das Regierungsgerede von einem
unabhängigen Sport in Österreich als Witz zu bezeichnen sei.

Kritik übte Kickl in diesem Zusammenhang auch an der "Geheimaktion
der Sportförderung neu", die weder parlamentarisch, noch öffentlich
und auf breiter Basis diskutiert werde, sondern einer rot-schwarzen
Mauschelaktion und Packelei gleiche. Seit Jahren verspreche der
Minister dem Sportausschuss entsprechende Vorlagen und genauso lange
sei bislang nichts vorgelegt worden. Die FPÖ hätte sich erwartet und
auch gefordert, dass vor den Planungen dieser Reform internationale
Experten die Systeme und daraus folgenden Ergebnisse anderer Länder
in einem Hearing präsentieren und daraus wichtige Weichenstellungen
was Struktur und Mittelvergabe betreffe, abgeleitet werden könnten.
Stattdessen habe Darabos die Planung unter die rot-schwarze Tuchent
verlegt. Es werde notwendig sein, neue Kapitel aufzuschlagen und
nicht alte einfach fortzuschreiben. Dazu gehöre auch ein massives
Hinterfragen der überdimensionalen Förderung des Fußballsports, der
gemessen an anderen Sportarten, die ein Bettlerdasein fristen würden,
international unterdurchschnittliche Ergebnisse produziere. "Ich
fordere den Minister jedenfalls dazu auf, alles was es bisher an
Planungen gibt, dem Parlament und der Öffentlichkeit vorzulegen und
umfassend zu diskutieren, damit noch korrigiert werden kann. Wenn die
österreichischen Spitzensportler ihr Training so gestalten würden wie
der Minister seine Arbeit am Projekt 'Sportförderung neu' gestaltet,
hätte kein einziger ein Olympialimit erbracht", schloss Kickl.

Rückfragehinweis:

Freiheitlicher Parlamentsklub
   Tel.: 01/ 40 110 - 7012
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