• 02.07.2012, 13:05:07
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ÖGJ zu Jugendmonitor: Bewusstseinswandel bei Betrieben herbeiführen

Durchlässigkeit zwischen Ausbildungssystemen erhöhen

Wien (OTS/ÖGJ) - "Junge Menschen wollen Lehrstellen und sehen
darin auch gute berufliche Perspektiven, das ist erfreulich", sagt
ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr zu den heute präsentierten
Ergebnissen des Jugendmonitors. "Leider klafft das mit der Realität
auseinander: Viel zu wenig Betriebe bilden Lehrlinge aus, sie
verweigern somit den jungen Menschen ihre Zukunftschancen."++++

Ein zentrales Ergebnis des Jugendmonitors sei für Michlmayr sehr
erfreulich, nämlich dass das Image der Lehre bei den jungen Menschen
in Österreich durchaus intakt sei. "Wir haben ein vielgliedriges
Ausbildungssystem in Österreich, die duale Berufsausbildung ist neben
Unis und FHs ein vollwertiger Bestandteil davon. Die jungen Menschen
haben das erkannt, es wird Zeit, dass auch die Unternehmen das
erkennen und danach handeln." Die Unternehmen sollten ein bisschen
weiter als in nächste Quartal denken und endlich wieder selbst mehr
Lehrlinge ausbilden, verlangt Michlmayr. "60.000 Lehrstellen weniger
haben wir im Vergleich zu 1980, derzeit sind 10.000 Jugendliche in
überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, weil sie keine regulären
Lehrstellen in Betrieben bekommen, und trotzdem heißt es Jahr für
Jahr, wir haben Fachkräftemangel."

Mobilität bei Ausbildungssystemen gefragt
Den Bewusstseinswandel, den sich Wirtschaftsminister Mitterlehner in
der Frage der beruflichen Mobilität bei den jungen Menschen wünsche,
den fordere die ÖGJ innerhalb der unterschiedlichen
Ausbildungssysteme: "Mobilität muss es bereits in den
Ausbildungssystemen geben", fordert Michlmayr. "In der Frage der
Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungssystemen gibt es einiges zu
tun. Wir brauchen endlich eine klare Regelung, wie Schulbildung an
einer BMHS im Arbeitsleben behandelt wird." Derzeit sei es vom
Goodwill der Unternehmen abhängig, ob junge Fachkräfte auch
entsprechend entlohnt werden, oder ob sie mit
Lehrlingsentschädigungen abgespeist werden. "Für die Absolventin
einer Tourismusschule, die in einem Reisebüro zu arbeiten beginnt,
beträgt die Differenz zwischen Lehrlingsentschädigung im ersten
Lehrjahr und Kollektivvertrag-Startgehalt beispielsweise rund 13.000
Euro brutto allein in den ersten zwölf Monaten", rechnet Michlmayr
vor. Die Art von Mobilität, die WKÖ-Präsident Leitl zuletzt
angesprochen hatte, nämlich junge, arbeitslose Spanier nach
Österreich zu holen, hält Michlmayr insgesamt für keine gute Lösung:
"Es löst kein einziges Problem in Spanien, wenn die Wirtschaft junge
Spanier nach Österreich abwirbt, und es hilft auch den Jugendlichen
in Österreich gar nichts, die Lehrstellen suchen. Es wäre doch
absurd, die Arbeitslosen in der EU hin und her zu schicken."

Fachkräftemilliarde - das Konzept der ÖGJ:
Zur fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung fordert die ÖGJ eine
Fachkräftemilliarde. Ein Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den
Unternehmen eingehoben werden. Das Geld aus der Fachkräftemilliarde
soll dann an jene Unternehmen fließen - das sind derzeit nur rund 20
Prozent, die Lehrlinge ausbilden. Aus der Fachkräftemilliarde sollen
weiters die Plätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen
finanziert werden, die derzeit der Bund (über das AMS) finanziert.
Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen Euro pro Jahr.

Rückfragehinweis:
Nani Kauer, MA
(01) 53 444 39261
0664 6145 915
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at

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