• 20.06.2012, 12:16:41
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  • OTS0165 OTW0165

Brüssel: Gewerkschaften und NGOs für menschenwürdige Arbeit weltweit

Über 6.000 Unterschriften an EuropaparlamentarierInnen übergeben

Wien (OTS/ÖGB) - NGOs und Gewerkschaften aus Rumänien, Bulgarien
und Österreich übergaben gestern, 19. Juni, über 6.000 Unterschriften
mit der Forderung nach menschenwürdiger Arbeit weltweit im
Europaparlament an die österreichischen Europaabgeordneten Evelyn
Regner und Ulrike Lunacek.

Produktion und Dienstleistungen werden immer mehr in Billiglohnländer
in Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa ausgelagert. Um
Unternehmen anzulocken, unterbieten Staaten einander: noch billigere
Löhne, noch weniger Arbeitsrechte, kaum Sozial- und Umweltstandards.
"Nur durch die internationale Zusammenarbeit von Gewerkschaften und
NGOs für menschenwürdige Arbeit weltweit kann diese Spirale nach
unten gestoppt werden", erklärt Stefan Kerl von der
entwicklungspolitischen Organisation Südwind den Grundgedanken der
internationalen Initiative "menschenwürdige Arbeit für
menschenwürdiges Leben".

Anlässlich der Übergabe von über 6.000 Unterschriften aus Österreich,
Rumänien und Bulgarien veranstalteten die NGOs und Gewerkschaften
einen runden Tisch im Europaparlament. Die österreichische Delegation
bestand aus acht österreichischen GewerkschafterInnen,
BetriebsrätInnen und NGO-MitarbeiterInnen. Gemeinsam mit europäischen
NGOs, Gewerkschaften und der internationalen Arbeitsorganisation ILO
(eine Sonderorganisation der UNO) wurden konkrete Forderungen an die
Politik gestellt und Erfahrungen ausgetauscht.

"Die Konzerne machen weltweit gute Gewinne, das Leben des Großteils
der Menschen wird dadurch aber nicht besser, im Gegenteil. Nur
internationale Solidarität und die Achtung der Menschenrechte
weltweit können dem ein Ende setzen", forderte Stefan Kerl, Leiter
des Kampagnenbereichs von Südwind, im Europaparlament. Gudrun Glocker
von weltumspannend arbeiten - ÖGB ergänzte: "Wir fordern unsere
Regierungen auf, menschenwürdige Arbeit in den Mittelpunkt ihrer
politischen Entscheidungen zu rücken. Sie müssen dafür umgehend die
Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation unterzeichnen
und auch umsetzen."

Um die Arbeitsbedingungen für alle Branchen weltweit zu verbessern,
fordern Südwind und weltumspannend arbeiten - ÖGB die weltweite
Einhaltung sozialer Mindeststandards wie Ruhezeiten, Mindestlöhne und
Schutzbestimmungen am Arbeitsplatz. Sowohl in Österreich als auch in
der EU werden PolitikerInnen aufgefordert, sich dafür auf globaler
Ebene einzusetzen. Ob die Forderungen der Gewerkschaften, NGOs und
tausender BürgerInnen auf fruchtbaren Boden fallen, werden erst die
Reaktionen der EuropaparlamentarierInnen, der Europäischen Kommission
und vor allem der Regierungen in Europa und weltweit zeigen. "Wir
haben aber mit den Unterschriften und dem runden Tisch im
Europaparlament ein wichtiges Zeichen gesetzt, Allianzen geschmiedet
und weitere Schritte in die Wege geleitet", resümierten Kerl und
Glocker.

Projekt "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben"

Das Projekt "Menschenwürdige Arbeit für menschenwürdiges Leben" wird
von weltumspannend arbeiten - ÖGB und Südwind in Kooperation mit dem
VÖGB durchgeführt und von der Europäischen Union und der
Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit gefördert. Die darin
vertretenen Standpunkte geben die Ansicht der Projektpartner wieder
und stellen somit in keiner Weise die offizielle Meinung der
Fördergeber dar.

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische
Nichtregierungsorganisation seit über 30 Jahren für eine nachhaltige
globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen
weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit,
die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen
thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre
Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und
Informationsarbeit engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt.

weltumspannend arbeiten - ÖGB ist das entwicklungspolitische
Bildungsprojekt im ÖGB. weltumspannend arbeiten stärkt das globale
Bewusstsein innerhalb der österreichischen Gewerkschaftsbewegung
durch verschiedene Bildungsangebote und Initiativen zur
Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und die
Vermittlung von Handlungskompetenzen für BetriebsrätInnen und
GewerkschafterInnen.

Fotos zum Download, nähere Informationen zur Initiative und petition
im Langtext: www.fairearbeit.at

Rückfragehinweis:

Südwind
   Christina Schröder, [email protected], Tel.: 01 405 55 15 - 301 
   Vor Ort in Brüssel: Stefan Kerl, [email protected], Mobil: 0699 100 400 79 
   www.suedwind-agentur.at 
   
   Weltumspannend arbeiten - ÖGB 
   Vor Ort in Brüssel: Gudrun Glocker, [email protected], Mobil: 0680 133 43 91 
   www.weltumspannend-arbeiten.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB

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