- 15.06.2012, 09:16:31
- /
- OTS0040 OTW0040
Mitterlehner unterschätzt Atomlobby - Veto für Atom-Subventionen
GLOBAL 2000: Bei Treffen der europäischen Energieminister und droht Mauschelei der Atomlobby zu gewinnen
Wien (OTS) - Beim heutigen Treffen der Energieminister in
Luxemburg gelangt unter Punkt 6 der Tagesordnung auch die "Energy
Roadmap 2050" der EU zur Abstimmung. Als Antwort auf die von der
dänischen EU-Ratspräsidentschaft erbetene Stellungnahme zur EU Energy
Roadmap 2050 haben vier Mitgliedsstaaten (Vereinigtes Königreich,
Frankreich, Polen, Tschechische Republik) sich für eine
Gleichstellung der Atomenergie mit Erneuerbaren Energieträgern
ausgesprochen, mit dem falschen Argument, Atomkraft sei
kohlendioxidneutral.
"Der Versuch, komplizierte Förderkonstrukte wie Contracts for
Difference in den Entwurf des englischen Elektrizitätsgesetzes
einzubauen, ist das letzte Aufbäumen einer unwirtschaftlichen
Energieform, die jetzt immer noch mit aller Macht versucht, an die
staatlichen Fördertröge zu gelangen", sagt Reinhard Uhrig,
Atomexperte von GLOBAL 2000. "In der Energy Roadmap wurde immer
wieder der Begriff "erneuerbare Energien" durch den von der Atomlobby
erfundenen Begriff "carbon neutral" ersetzt, um hier Verwirrung zu
stiften und mit der behaupteten Kohlendioxidfreiheit von Atomkraft an
Förderungen zu kommen."
Seriöse Studien wie "Life Cycle Analysis of Nuclear Power" des
österreichischen Ökologieinstituts zeigen, dass bei der Kernspaltung
selbst zwar keine Kohlenstoffdioxid-Emissionen anfallen, aber die
Berücksichtigung der gesamten Brennstoffkette vom enorm
energieintensiven und schmutzigen Uranabbau über den Bau und Abriss
der Reaktoren bis zur weiter ungelösten Endlagerfrage bei weiter
sinkenden Uran-Konzentrationen im Erz einen Gesamt-CO2-Ausstoß von
210 g CO2/kWh verursachen. "Erneuerbare Energieträger wie Windkraft
liegen für den gesamten Lebenszyklus unter 10 g/kWh - diese
Energieträger können die Erde vor dem drohenden Klimakollaps retten,
nicht die gefährliche, unwirtschaftliche Atomkraft", erklärt Uhrig.
BM Mitterlehner muss Veto gegen Subventionen einlegen
17 Anti-Atom-Organisationen, darunter neben GLOBAL 2000,
Greenpeace, Naturfreunde Österreich und International auch die
Anti-Atom-Initiativen Atomstopp Oberösterreich, Anti-Atom-Komitee,
PLAGE und andere, forderten bereits vergangene Woche Bundesminister
Reinhold Mitterlehner in einem offenen Brief auf, als gewählter
österreichischer Vertreter im Energieministerrat gegen die
Subventions-Vorstöße der Atomlobby zu stimmen.
"Mitterlehner beteuert, dass der offene Brief bei ihm offene Türen
einläuft", so Uhrig. "Er muss sich aber der Komplexität des
Förder-Vorstoßes über die Hintertür bewusst sein - und faule
Kompromisse mit einem klaren Veto belegen, wie den Versuch, die
Formulierung "carbon neutral" über die Präambel der Roadmap doch noch
in den Text zu schmuggeln." Da die Abstimmung zu den
Schlussfolgerungen zur Energy Roadmap 2050 einstimmig verlaufen muss,
kann ein österreichisches Veto die Lobby-Tätigkeit der vier
pro-atomaren Staaten noch zu Fall bringen. "Jetzt ist keine Zeit für
Diplomatie der Atomindustrie gegenüber, sondern für ein klares und
hartes Auftreten unseres Volksvertreters gegen Atomkraft", sagt Uhrig
abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Nunu Kaller Pressebüro GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria mobil: +43/(0) 699 14 2000 20 other: +43/1/812 57 30 - 20 [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL






