- 12.06.2012, 13:39:16
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Bayr: Grundlegendes Umdenken in der Entwicklungs- und Umweltdebatte ist nötig
Green economy darf nicht "business as usual mit grünem Mascherl" sein
Wien (OTS/SK) - Bei der heutigen AWEPA-Veranstaltung "Green
Economy - Aspects of sustainable development" stand die nachhaltige
Landnutzung auf dem afrikanischen Kontinent im Mittelpunkt der
Diskussion. Petra Bayr, SPÖ-Nationalratsabgeordnete und Vorsitzende
der österreichischen AWEPA-Sektion hieß zahlreiche Expertinnen und
Experten auf dem Gebiet der Landnutzung willkommen. AWEPA (European
Parliamentarians for Africa) ist ein Zusammenschluss von europäischen
Parlamentarierinnen und Parlamentariern, die sich in Partnerschaft
mit afrikanischen Abgeordneten für die nachhaltige Entwicklung des
Kontinents einsetzen. ****
"Gerade Land, der Grund auf dem wir stehen und auf dem wir unsere
Nahrungsmittel anbauen, nimmt rapide ab. Durch Bodenerosion, durch
den steigenden Meeresspiegel und durch Umweltverschmutzung wird
fruchtbares Land immer weniger. Gleichzeitig nimmt aber die
Bevölkerung zu und der Druck auf das weniger werdende Land steigt.
Wir stehen vor einem Intelligenztest, wie wir weiter auf der einen
Erde leben können, die uns zur Verfügung steht", stellt Bayr fest.
Green economy, das Schlagwort vor dem Umweltgipfel in Rio, reicht
laut Bayr nicht aus, um nachhaltige Landnutzung und die
Ernährungssicherheit in allen Ländern sicherzustellen. "Green economy
wird von manchen als die Lösung auf die multiplen Krisen der letzten
Jahre dargestellt. Die Nahrungsmittelkrise, die Energie- sowie die
Finanzkrise sind nur symptomatisch für die ideologische Krise, die
wir erleben. Grundlegend ist eine Änderung im Denken. Wir müssen
unsere Vorstellungen und Ideologien nachhaltig gestalten. Nachhaltig
heißt, dass wir der Erde nur so viel entnehmen, wie sie im selben
Zeitraum nachproduzieren kann. Nachhaltig heißt auch, dass die
zukünftigen Generationen auf allen Flecken der Welt genug Ressourcen
für ein gutes Leben haben", führt die Abgeordnete aus.
Umdenken ist nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in den
Entwicklungs- und Schwellenländern vonnöten, fordert Bayr: "Vor allem
in Lateinamerika konzentriert sich der herrschende Diskurs auf
ausländische Investitionen und Wirtschaftswachstum. Das ist aber
gefährlich, weil so rücksichtsloser Raubbau an der Umwelt begangen
wird. Auch die Entwicklungs- und Schwellenländer müssen nachhaltig
agieren."
Beim Rio+20-Gipfel wird sich Bayr vor allem für das Thema
Bevölkerungsentwicklung einsetzen und in Gesprächen Bewusstsein
schaffen. "Leider ist Bevölkerungsentwicklung nicht prominent auf der
Agenda. Dabei ist es essentiell, dass die Bevölkerung nicht weiter so
schnell wächst, denn die natürlichen Ressourcen reichen einfach nicht
aus. Als zweiten Auftrag nehme ich die Bewusstseinsschaffung für die
Rechte der unkontaktierten Völker in Brasilien und Peru mit. Bei
meinen brasilianischen und peruanischen Kolleginnen und Kollegen
werde ich mich für deren Rechte einsetzen, da sie eine bessere
rechtliche Grundlage brauchen." (Schluss) bj
Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
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