• 12.06.2012, 13:23:06
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Zielgruppen für Lehre müssen nicht erst gefunden werden: 10.000 Jugendliche warten in der ÜBA

Fachkräftemilliarde und Qualitätsförderung beste Mittel für weniger Ausbildungsabbrüch

Wien (OTS/ÖGB) - Die Idee von Wirtschaftsminister Reinhold
Mitterlehner, "neue Zielgruppen für die Lehre zu erschließen und die
Zahl der Ausbildungsabbrüche zu verringern", findet volle Zustimmung
der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). "Allerdings müssen
nicht zusätzliche Jugendliche als Zielgruppe erschlossen werden, denn
die sind schon da: 10.000 sind derzeit in der überbetrieblichen
Berufsausbildung untergebracht, und sie alle stehen sofort als
Zielgruppe für betriebliche Lehrstellen zur Verfügung", sagt
ÖGJ-Vorsitzender Jürgen Michlmayr.++++

Neue Zielgruppen für die Lehrausbildung zu erschließen gilt es
allerdings auf der Seite der Unternehmer: "Die Ausbildungsverweigerer
werden immer mehr, nur mehr 20 Prozent bilden Lehrlinge aus",
kritisiert Michlmayr, "wenn Minister Mitterlehner sein Ziel
steigender Lehrabschlüsse ernst nimmt, muss er das ÖGJ-Konzept für
eine Fachkräftemilliarde umsetzen." Demnach müssten alle Unternehmen
ein Prozent der Bruttolohnsumme in einen Topf einzahlen, aus dem dann
Förderungen für ausbildende Betriebe bezahlt werden. "Das Konzept
umfasst auch eine Qualitätsoffensive - die wäre das geeignete Mittel
für Mitterlehners Ziel, die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu
verringern", sagt Michlmayr.

Fachkräftemilliarde - das Konzept der ÖGJ:

Zur fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung fordert die
Österreichische Gewerkschaftsjugend eine Fachkräftemilliarde. Ein
Prozent der Bruttoentgeltsumme soll von den Unternehmen eingehoben
werden. 2009 wären so aus der Lohnsumme der Vollzeitbeschäftigten
756,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. Rechnet man die
Teilzeitbeschäftigten mit, kommt man auf eine Milliarde Euro für die
Fachkräfte-Aus- und Weiterbildung - Mehreinnahmen von 850 Millionen
Euro im Vergleich zum derzeitigen Modell, wonach die Betriebe in den
Insolvenzfonds Geld für die Lehrstellenförderung einzahlen. Geld aus
der Fachkräftemilliarde soll dann an jene (derzeit gerade 20 Prozent
der) Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen
aus der Fachkräftemilliarde die Plätze in überbetrieblichen
Ausbildungsplätzen finanziert werden, die derzeit der Bund (über das
AMS) finanziert. Ersparnis für die SteuerzahlerInnen: 150 Millionen
Euro pro Jahr. "Wir erwarten aber auch, dass wegen der Förderungen
künftig mehr Unternehmen selbst ausbilden und daher weniger Plätze in
überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen notwendig sein werden",
sagt Michlmayr.

www.oegj.at

Rückfragehinweis:
ÖGB Kommunikation
Florian Kräftner
(01)53 444-39 264
[email protected]

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