• 02.06.2012, 09:42:25
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Türkei - Bayr: Schwangerschaftsabbruch nicht kriminalisieren

Gesetze verhindern Schwangerschaftsabbrüche nicht

Wien (OTS/SK) - Der türkische Ministerpräsident Recep Erdogan
sagte letzte Woche bei einer internationalen parlamentarischen
Konferenz, dass Schwangerschaftsabbruch Mord sei. Der
Schwangerschaftsabbruch ist in der Türkei seit 1983 innerhalb der
ersten zehn Wochen legal. Nun soll die Frist von der zehnten auf die
vierte Schwangerschaftswoche verkürzt werden.
SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Bayr, kritisiert dies aufs
Schärfste. "Diese Gesetzesänderung bedeutet eine klare Beschneidung
der Frauenrechte. Außerdem ist sie absurd, weil viele Frauen in den
ersten vier Wochen der Schwangerschaft noch gar nicht wissen, dass
sie schwanger sind", so Bayr heute, Samstag, im Gespräch mit dem
SPÖ-Pressedienst. ****

Bayr, die sich auf internationaler Ebene für reproduktive Gesundheit
einsetzt, betont weiter: "Im internationalen Kontext sehen wir klar,
dass restriktive Gesetze Schwangerschaftsabbrüche nicht verhindern.
Sie treiben Frauen in die Illegalität und setzen sie so einer
massiven gesundheitlichen Gefahr aus. Schwangerschaftsabbrüche, die
außerhalb des gesetzlichen Rahmens, meist durch nicht ausreichend
geschultes Personal in nicht ausreichend medizinisch ausgestatteten
Räumlichkeiten stattfinden, sind eine Bedrohung für die Gesundheit
und das Leben der Frauen. Dreizehn Prozent aller
Müttersterblichkeitsfälle sind auf solche illegal durchgeführten
Schwangerschaftsabbrüche zurückzuführen."

Zurzeit wird in der türkischen Regierungspartei AKP noch diskutiert,
ob Frauen auch nach einer Vergewaltigung gezwungen werden sollen, das
Kind auszutragen. Bayr: "Die AKP sollte lieber diskutieren, wie sie
den Sexualunterricht in den Schulen verbessert und einen
niederschwelligen Zugang zu effektiven Verhütungsmitteln
sicherstellt. Denn Frauen, die gut über die Möglichkeiten der
Empfängnisverhütung informiert sind, werden deutlich seltener
ungewollt schwanger." (Schluss) sv/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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