• 31.05.2012, 13:59:11
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Bayr: Weltbauerntag sollte eigentlich Weltbäuerinnentag heißen

Frauen in Entwicklungsländern produzieren den Löwenanteil der Nahrungsmittel

Wien (OTS/SK) - Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale
Entwicklung, stellt anlässlich des Weltbauerntags am 1. Juni
gegenüber dem SPÖ-Pressedienst fest, dass Frauen in
Entwicklungsländern überwiegend für die Produktion von
Nahrungsmitteln verantwortlich sind: "Internationale Daten belegen,
dass Frauen den Großteil der Nahrungsmittelproduktion in
Entwicklungs- und Schwellenländern schultern. Und weil die meisten
Menschen in Entwicklungs- oder Schwellenländern leben, müsste es
eigentlich Weltbäuerinnentag heißen." ****

Obwohl Frauen in Entwicklungsländern 60 bis 80 Prozent der
Lebensmittel produzieren, verfügen sie in allen Regionen der Welt
über mangelnde Ressourcen. Dies umfasst eingeschränkten Zugang zu
fruchtbarem Land und zu Saatgut, zu Werkzeug und zu Maschinen sowie
zu finanziellen Mitteln, und auch der Zugang zu Bildung ist für
Frauen schwer. "Obwohl Frauen für den Löwenanteil der
Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländern zuständig sind, haben
sie im Vergleich zu Männern eingeschränkten Zugang zu Chancen und
Ressourcen aller Art. Das ist einfach ungerecht.
Entwicklungsprogramme und -projekte können hier sehr gut ansetzen und
Frauen in deren wichtiger Rolle als Lebensmittelproduzentinnen
unterstützen. Damit wird nicht nur die Position der Frau gestärkt,
sondern gleichzeitig auch ein Beitrag zur Reduktion des Hungers
geleistet", ist Bayr überzeugt.

Abschließend betont Bayr die Bedeutung von kleinbäuerlichen
Strukturen: "Agrokonzerne entreißen Kleinbäuerinnen und -bauern oft
deren Lebensgrundlage, um in riesigen Monokulturen für den Export zu
produzieren. Das hat viele negative Auswirkungen: Die eigentlichen
Landbesitzerinnen und -besitzer werden oft illegal und ohne
angemessene Entschädigung vertrieben und in eine Notlage gebracht -
sie haben ja ihre Lebensgrundlage, das Land, verloren", erklärt Bayr.
"An den Gewinnen der exportorientierten Produktion profitieren die
lokalen Gemeinden meist nicht, diese müssen sich mit den negativen
Auswirkungen wie Umweltzerstörung, Belastung durch Pestizide und
Verdrängung auseinandersetzen. Auch hier kann die EZA positiv
eingreifen und kleinbäuerliche Strukturen unterstützen. Es liegt aber
auch in der Macht der Konsumentinnen und Konsumenten: Greifen Mann
und Frau zu Fair Trade-Produkten, ist schon ein Beitrag zum Erhalt
der kleinbäuerlichen Strukturen geleistet", so Bayr. (Schluss) bj

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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