- 23.05.2012, 14:51:39
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GPA-djp-Konzerneforum: "Gleichstellungsarbeit muss konkret sein"
Martin Rossmann / OMV zum neuen Konzernekoordinator gewählt
Wien (OTS/ÖGB) - Auch das 10. Konzerneforum der Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) wurde vom
Schwerpunktthema Gleichstellung dominiert: Rund 100
KonzernbetriebsrätInnen aus großen Unternehmen diskutierten im
EVN-Forum in Maria Enzersdorf (NÖ) ihre Erfahrungen und Möglichkeiten
der Umsetzung von Best Practice Modellen auf Branchenebene und in
ihren Betrieben.
Nach der Begrüßung durch EVN-Vorstandssprecher Peter Layr, der den
Wert guter Sozialpartnerschaft betonte und auf spezielle
Frauenprogramme im eigenen Unternehmen verwies, bezeichnete
GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian es als gewaltige, aber
notwendige Herausforderung, das Thema Gleichstellung in all seiner
Komplexität anzupacken: "Den Diskussionen fehlt manchmal die Tiefe,
wenngleich eines klar ist: Gleichstellung hat zu einem wesentlichen
Teil mit Einkommen zu tun."
Katzian erinnerte an die GPA-djp-Forderung nach eigenen
Frauen-Kollektivvertragsrunden im Vorjahr: "Seit wir das Thema ganz
oben auf unsere Agenda gesetzt haben, sind uns in 75 Branchen mit ca.
850.000 Beschäftigten signifikante Erfolge, beispielsweise in Form
von deutlich verbesserten Karenzanrechnungen gelungen." Eine aktuelle
ifes-Umfrage bestätige außerdem nicht nur den Handlungsbedarf,
sondern auch den Gender Gap, was Einstufungen betrifft: Demnach ist
jede dritte Arbeitnehmerin falsch eingestuft. Während rund 50 Prozent
der Männer ihr Gehalt beim Eintritt mit dem Dienstgeber verhandeln,
tun das nur halb so viel, nämlich circa 25 Prozent der Frauen.
"Dieses Match ist nicht nur auf der Metaebene zu gewinnen, es braucht
konkrete betriebliche Maßnahmen und vor allem Unterstützung durch die
BetriebsrätInnen", so Katzian.
Für Didem Strebinger, stv. Vorsitzende des AUA-Bodenbetriebsrats, und
Martin Rennhofer, Vorsitzender des Zentralbetriebsrats bei IBM
Österreich, geht es vor allem auch um mehr Bewusstseinsbildung.
"Viele Frauen managen Kinder und Haushalt hervorragend, dieses
Selbstbewusstsein brauchen sie auch im Betrieb", meinte Rennhofer.
Nach Vorliegen der ersten Einkommensberichte habe sich klar
herauskristallisiert, dass Frauen wesentlich länger als Männer in
ihren Verwendungsgruppen bleiben und außerdem auf eine gläserne Decke
stoßen, so Strebinger: "Bis in die letzte, am besten bezahlte
Verwendungsgruppe, schaffen sie es fast nie." Strebinger berichtete
auch, dass sich die Zahl jener Frauen mehre, die aus eigener
Initiative Benachteiligungen vermuten und mit Hilfe des Betriebsrats
zu korrekter Bezahlung durch richtige Einstufung kämen.
"Gleichstellungsarbeit muss konkret sein", forderte
GPA-djp-Bundesgeschäftsführerin Dwora Stein und warnte davor,
Einkommensberichte zur Rechtfertigung für Einkommensunterschiede zu
missbrauchen: "Die Berichte bestätigen Differenzen, die nur mit
gezielten Maßnahmen wie richtiger Einstufung, besserer Anrechnung von
Karenzzeiten oder mit gleichen Sachbezügen, Prämien, Zulagen und
Gratifikationen beseitigt werden können, hier sind Frauen eindeutig
benachteiligt." Stein war sich außerdem einig mit der Vizerektorin
der Wirtschaftsuniversität Wien, Regina Prehofer, dass Unternehmen
auch durch Quoten Ziele setzen können. Das Universitätsgesetz
schreibt eine Frauenquote von 40 Prozent vor, "die Qualität der
Arbeit leidet unter diesen sogenannten Quotenfrauen gar nicht, wie
manche Studien das weismachen wollen, im Gegenteil", betonte
Prehofer: "Frauen sind gut qualifiziert, sie weisen auch mehr
Universitätsabschlüsse auf."
Auf der Tagesordnung stand neben einem Bericht von Shade Jalali,
Frauenbeauftragter der schwedischen Angestelltengewerkschaft Unionen,
auch die Neuwahl des GPA-djp-Konzernekoordinators: Martin Rossmann
(Konzernvertretungsvorsitzender OMV) wurde zum Nachfolger von Paul
Hofer (Vorsitzender EVN Europabetriebsrat) gewählt. Der 41-Jährige
sieht die größten Herausforderungen der Betriebsratsarbeit darin, der
Angst vieler Beschäftigten vor einer Verschlechterung ihrer
Arbeitsbedingungen entgegen zu wirken und mehr
Einkommensgerechtigkeit zu schaffen.
"Die Botschaft, dass die GPA-djp die Gewerkschaft ist, die es mit der
Gleichstellung sehr ernst nimmt, ist mittlerweile bei fast allen
Arbeitgebern angekommen", fasste der stv.
GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Proyer das 10. Konzerneforum
zusammen: "Wir nehmen das Thema auch weiter sehr ernst, wir bleiben
dank der Hilfe unserer rund 15.000 Betriebsrätinnen und Betriebsräte
in ganz Österreich dran!"
Rückfragehinweis:
Litsa Kalaitzis Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier Tel.: 05 0301-21553 Mobil.: +43 676 817 111 553 Email: [email protected] Internet: www.gpa-djp.at
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