- 22.05.2012, 10:59:49
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Binder-Maier: Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein
Charta "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" muss durch konkrete gesetzliche Maßnahmen ergänzt werden
Wien (OTS/SK) - "Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein",
stellte SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier anlässlich der
Unterzeichnung der Charta zur "Vereinbarkeit von Familie & Beruf"
durch Familienminister Mitterlehner, die Sozialpartner und die
Industriellenvereinigung fest. Die Charta sei eine wichtige
Sensibilisierungsmaßnahme und beinhalte wesentliche Forderungen wie
den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, die Berücksichtigung
von familiären Verpflichtungen durch die Unternehmen, die Möglichkeit
von Teilzeitarbeit auch für Führungskräfte und eine kritische
Auseinandersetzung mit der immer noch verbreiteten
"Anwesenheitskultur" und geschlechtsspezifischen
Rollenzuschreibungen. "Wir brauchen aber auch maßgeschneiderte
gesetzliche Maßnahmen für Familien - beispielsweise für einen
Papamonat oder für Patchworkfamilien. Hier ist ganz konkret die
Initiative des Familienministers gefragt", so Binder-Maier am
Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****
Viele junge Väter wollen nicht mehr nur "Hauptverdiener" sein,
sondern wollen auch in die Erziehungs-, Familien- und
Versorgungsarbeit einbezogen werden, stellte Binder-Maier fest. Diese
Tendenz müsse auch bei den Unternehmen verstärkt Berücksichtigung
finden. "Daher unterstützen wir die Väter in ihren Forderungen nach
verbesserten Möglichkeiten zur Teilnahme am Familienleben
beispielsweise durch einen Papa-Monat, der nach dem
einkommensabhängigen Kindergeld ein weiterer wichtiger Schritt ist,
um Partnerschaftlichkeit und Kooperation in den Familien zu leben",
betonte Binder-Maier.
Auch bei Patchworkfamilien gebe es Handlungsbedarf. In diesem
Zusammenhang forderte Binder-Maier einen Lückenschluss bei der
Pflegefreistellung. "Die Regelungen bei der Pflegefreistellung müssen
an reale Familiensituationen angepasst werden", so Binder-Maier.
Kinder hätten bei Krankheit ein Recht auf Betreuung durch beide
Eltern - auch wenn diese getrennt leben. Daher sollte es die
Möglichkeit einer Pflegefreistellung für den getrennt lebenden
Elternteil geben, betonte die SPÖ-Familiensprecherin. "Hier muss die
Rechtslage dringend an die aktuelle Situation der Familien angepasst
werden. Das wäre ein ganz wesentlicher Beitrag zur besseren
Vereinbarkeit von Familie und Beruf", so Binder-Maier.
"Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nach wie vor eine
Herausforderung. Wir brauchen neben Sensibilisierungsmaßnahmen und
rechtlichen Anpassungen vor allem auch einen weiteren Ausbau der
Kinderbetreuungseinrichtungen inklusive der Verbesserung der
pädagogischen Qualität und kleinerer Gruppen, mehr Personal und einer
Ausweitung der Öffnungszeiten", so Binder-Maier.
Wenn der von Familienminister Mitterlehner initiierte
berufundfamilie-Index, der das betriebliche Familienbewusstsein
ausweist, für österreichische Unternehmen 66,7 von 100 Punkten
betrage, sei dies auch ein Zeichen dafür, dass von Seiten der
Unternehmen mehr getan werden müsse. "Nur durch einen Mix an
Maßnahmen kann es gelingen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
zu verbessern. Ich begrüße die Initiativen des Familienministers in
dieser Richtung und gehe davon aus, dass aufbauend auf den
Forderungen der Charta auch bald konkrete gesetzliche Maßnahmen
folgen werden", so Binder-Maier abschließend. (Schluss) bj/sas/mp
Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
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