- 16.05.2012, 11:01:35
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GLOBAL 2000: Auch Überwinterungsvorräte der Bienen sind mit giftiger Maisbeize kontaminiert
Neue Untersuchungsergebnisse zeigen, dass neonicotinoide Maisbeizmittel weit mehr Bienenschäden verursachen als bisher vermutet.
Wien (OTS) - Eine bislang noch unveröffentlichte Untersuchung im
Auftrag des österreichischen Imkerbundes liefert nun das letzte
fehlende Puzzle-Teil zur Lösung des Rätsels um den Zusammenhang
zwischen dem Bienensterben und dem Einsatz von bienengiftigen
Maisbeizmitteln. Gegenstand dieser GLOBAL 2000 vorliegenden Studie
war die Untersuchung von 22 aktuellen Fällen, in denen ganze
Bienenvölker über den Winter verendet sind. In 20 dieser 22 Fälle
ließen sich bienengiftige Maisbeizmittel im sogenannten "Bienenbrot"
(das sind im Bienenstock eingelagerte Pollen, die den Bienen samt
ihrem Nachwuchs als Wintervorrat dienen) nachweisen. Helmut
Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000: "Bei diesen insektiziden
Maisbeizmitteln handelt es sich um Nervengifte, die entwickelt
wurden, um Insekten zu töten. Wenn also, wie diese Untersuchung nun
gezeigt hat, die Wintervorräte im Bienenstock mit diesen Giften
kontaminiert sind, brauchen wir uns nicht wundern, dass die
Bienenvölker samt Nachwuchs den Frühling nicht mehr erleben."
Ein Teilnehmer an der aktuellen Untersuchung ist Roland Netter,
erfahrener Imker aus Niederösterreich. "Seit vor drei Jahren damit
begonnen wurde, diese Maisbeizmittel in meiner Umgebung in großem
Umfang einzusetzen, erleide ich Bienenverluste in einem zuvor nicht
dagewesenen Ausmaß", schildert der Imker. "Und die Situation
verschlechtert sich zusehens: Im heurigen Frühjahr fand ich fünf
meiner zwölf Bienenvölker nur mehr tot vor. Dazu kommt, dass zwei der
überlebenden Völker für Bienen völlig untypische Verhaltensweisen an
den Tag legen, und auch nicht in der Lage sind, Honig zu produzieren.
Für mich persönlich daher keine Überraschung: Alle drei von mir
eingesendeten Bienenbrot-Proben wurden positiv auf die
bienengefährlichen Maisbeizmittel getestet!"
Von Seiten der Landwirtschaftsvertreter und der AGES (Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit) wurde in der Vergangenheit immer
wieder behauptet, das Bienensterben wäre in erster Linie auf
Bienenkrankheiten wie der Varoa-Milbe zurückzuführen. Maisbeizmittel
würden einen vergleichsweise kleinen und zeitlich begrenzten Einfluss
(nämlich begrenzt auf die Zeit nach der Maisaussaat) haben. Diese
Behauptung ist durch die vorliegende Studie, die auch mit neueren
Forschungsergebnissen aus den USA und Italien in Übereinstimmung ist,
nun endgültig widerlegt.
Gleichzeitig erreichen uns beinahe täglich neue Berichte über aktuell
auftretende Bienenverluste infolge der diesjährigen Maisaussaat aus
verschiedenen Teilen Österreichs. "Es ist daher allerhöchste Zeit,
dass Landwirtschaftsminister Berlakovich die Verwendung dieser
bienengiftigen Maisbeizmittel verbietet, so wie es unsere Nachbarn
Deutschland, Slowenien und Italien bereits gemacht haben. Gelegenheit
dazu bietet der Ende Mai stattfindende parlamentarische
Agrarausschuss, wo dieses Thema auf der Tagesordnung stehen wird", so
Burtscher abschließend.
Rückfragehinweis:
Lydia Matzka-Saboi & Nunu Kaller (GLOBAL 2000 Presse)
Tel.: 0699/14 2000 26 & 0699/14 2000 20
Helmut Burtscher, GLOBAL 2000 Umweltchemiker, Tel.: 0699/14 2000 34
Roland Netter, niederösterreichischer Imker, Tel.: 0664/594 8522
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