• 11.05.2012, 09:49:50
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Letzte Chance: WWF-Appell an BP Fischer und BK Faymann

Durch brasilianisches Waldgesetz droht Zerstörung des Amazonas

Wien. (OTS) - WWF, Greenpeace und Avaaz starten eine weltweite
Aktion zur Rettung des Regenwaldes am Amazonas. Nachdem das
brasilianische Parlament vor zwei Wochen eine Lockerung des strengen
Forstgesetzes beschlossen hat, appellieren die Umweltschützer an die
brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff dem Gesetzentwurf ihre
Unterschrift zu verweigern. "Nur ein vollständiges Veto der
Präsidentin kann die Kettensägen stoppen, punktuelle Änderungen wären
zu wenig", betont der WWF-Lateinamerikareferent Roberto Maldonado.
Der WWF Österreich appelliert in zwei Briefen an Bundespräsident
Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann sich persönlich für
ein Veto von Rousseff einzusetzen. "Es sind nur noch zwei Wochen
Zeit", so der WWF.

Der WWF, Greenpeace und Avaaz befürchten, dass die geplanten
Gesetzesänderungen die jüngsten Erfolge bei der Bekämpfung der
Regenwaldzerstörung zunichte machen. Brasiliens Institut für
angewandte Wirtschaftsforschung (IPEA) schätzt, dass durch die neue
Gesetzgebung der Waldverlust auf 765.000 Quadratkilometer steigen
könnte. Bis zu 28 Milliarden Tonnen CO2 würden dadurch in die
Atmosphäre gelangen und den Klimawandel weiter anheizen. Die
Organisationen kritisieren auch die im Gesetz enthaltene geplante
Amnestie für illegale Waldrodungen. Sie würden Umweltkriminelle von
der Strafverfolgung befreien und der brasilianischen Staatskasse
entgehen Bußgelder in Höhe von 4,8 Milliarden US Dollar.

Schon jetzt haben mehr als 1,5 Millionen Menschen weltweit die
Petition gegen das geplante Waldzerstörungsgesetz unterzeichnet
(http://www.avaaz.org/de/veto_dilma_global/?wwf). Die drei
Organisationen, die zusammen von rund 22 Millionen Menschen
unterstützt werden, hoffen, dass die Zahl der Unterzeichner in den
nächsten Tagen noch stark ansteigt. Bereits jetzt haben
Hundertausende den Aufruf in Social-Media-Kanälen verbreitet: Auf
Twitter wird der Appell über #SOSBrazil und #VetaTudoDilma
vervielfacht. Zudem posten Facebook-Nutzer Botschaften auf die
Internetseite der regierenden Arbeiterpartei (Partidodos
Trabalhadores), der auch Dilma Rousseff angehört.

Bislang hält sich die brasilianische Präsidentin jedoch bedeckt. Bis
zum 25. Mai muss sie entscheiden dem Gesetzentwurf ganz oder in
Teilen zu widersprechen oder ihn durchzuwinken. "Präsidentin Rousseff
steht unter massivem Druck von Leuten, die den Wald für kurzfristige
Gewinne niederbrennen wollen. Wir bitten sie dringend, sich stark zu
machen für den Schutz der Wälder und ihrer Ressourcen, die
lebenswichtig sind für alle Brasilianer und für die Welt", erklärte
Jim Leape, Generaldirektor des WWF International. "Wir appellieren an
Dilma Rousseff, den visionären Weg zu wählen und zu zeigen dass sie
versteht, dass mit Macht auch Verantwortung einhergeht", sagte Kumi
Naidoo, Geschäftsführer von Greenpeace International. "Fast 80
Prozent der Brasilianer wollen diesen katastrophalen
Gesetzesvorschlag entsorgt sehen. Präsidentin Rousseff hat die Wahl
das Todesurteil des Amazonas zu unterschreiben oder die Lungen der
Erde zu schützen und als Heldin daraus hervorgehen", sagte Ricken
Patel, Geschäftsführer von Avaaz.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: [email protected].
Briefe an BK Fayman und BP Fischer sowie das Faktenblatt stehen zum Download auf www.wwf.at/presse.

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