- 07.05.2012, 15:25:54
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Besonderer Ausschuss berät über PädagogInnenausbildung Breiter Konsens über Akademisierung der Ausbildung
Wien (PK) - Der Besondere Ausschuss zur Vorberatung des
Volksbegehrens Bildungsinitiative nahm in seiner heutigen Sitzung das
Thema PädagogInnenausbildung in Angriff. Eingeleitet wurden die
Beratungen mit einem Hearing, bei dem Andreas Schnider (Vorsitzender
des Entwicklungsrates "PädagogInnen Neu"), Arthur Mettinger ((FH
Campus Wien), Walter Stadler (Obmann des Freiheitlichen
Oberösterreichischen Lehrervereins), Barbara Schober (Institut für
Angewandte Psychologie, Arbeit, Bildung, Wirtschaft; Universität
Wien) und Peter Härtel (Leiter der Steirischen Volkswirtschaftlichen
Gesellschaft) mit ihrer Expertise Impulse für die nachfolgende
Debatte lieferten.
Androsch und Schilcher: Pädagogische Fähigkeiten stärker betonen
Eingangs fassten die Proponenten des Volksbegehrens den bisherigen
Stand der Diskussion zusammen und untermauerten abermals die Ziele
ihrer Initiative. Hannes Androsch meinte, einiges sei bereits in
Bewegung gekommen, aber noch nicht ausreichend. Goethe zitierend
bemerkte er, es sei nicht genug zu wissen, man müsse es auch
anwenden, es sei nicht genug zu wollen, man müsse es auch tun. Fest
stand für Androsch jedenfalls, dass der Unterricht nur so gut sein
könne wie das Unterrichtspersonal. Nicht allein die Fachkenntnis,
sondern vor allem auch die Pädagogik sei entscheidend, gelte es doch
zu verhindern, dass die Kinder von unfähigen LehrerInnen unterrichtet
werden.
Bernd Schilcher knüpfte an Androsch an und betonte, gefragt seien vor
allem LehrerInnen, die aufgrund ihrer "soft skills" Spuren
hinterlassen. Voraussetzung für die Aufnahme in den Schuldienst
sollte daher die Eignung zum Umgang mit Kindern sein. Schilcher
beklagte die Verwissenschaftlichung der Ausbildung und plädierte für
eine möglichst enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Zentrale
Bedeutung bei der Neuordnung der Ausbildung maß er dem
Entwicklungsrat zu, dem er überdies empfahl, sich am Fachhochschulrat
zu orientieren.
Schnider: Tertiäre Ausbildung für alle Pädagogikbereiche
Andreas Schnider rief in Erinnerung, man stehe mitten in der
Entwicklungsphase, es sei bereits einiges passiert, nun sollte man
die Aufbruchsstimmung nicht stoppen. Die Zeit des Diskutierens sei
vorbei, man sei an einen Punkt gelangt, wo es darum geht, die
Empfehlungen umzusetzen. Klar war für Schnider, dass die tertiäre
PädagogInnenausbildung alle Lebensphasen der Kinder und Jugendlichen
umfassen müsse. Elementarpädagogik, Primärpädagogik und
Sekundarpädagogik verstand er dabei als Gesamtpaket, bei dem seiner
Meinung nach die Schwerpunkte auf die Übergänge gelegt werden
sollten. Auf struktureller Ebene sprach sich Schnider für ein
Zusammenwirken von Pädagogischen Hochschulen und Universitäten aus,
unterstrich zudem die Rolle des Entwicklungsrates, wobei er auch für
die Etablierung regionaler Entwicklungsteams sowie für die Erstellung
von Potentialanalysen eintrat.
Mettinger: Gemeinsame Kernausbildung für alle pädagogischen Berufe
Arthur Mettinger forderte für die PädagogInnen eine bestmögliche
Ausbildung, die bis zum Master-Abschluss führt. Für sämtliche
pädagogische Berufe sollte es dabei einen gemeinsamen pädagogischen
Kern geben, der auch Elemente wie Mehrsprachigkeit, Umgang mit
Migrationshintergrund oder Inklusionspädagogik enthält. Auf
institutioneller Ebene erkannte Mettinger ein hohes Maß an
Bereitschaft zur Veränderung bei allen Bildungseinrichtungen. Im
universitären Bereich beschäftige man sich intensiv mit Pädagogik,
auch die Fachhochschulen könnten einiges an eigenen Erfahrungen
einbringen. Nun gelte es, das "Momentum" zu erhalten, mahnte er.
Stadler will "unfähige" Lehrer verhindern
Walter Stadler leitete seine Stellungnahme mit der Schilderung seiner
Erfahrungen aus der Lehrerpraxis im In- und Ausland ein. Er wies
daraus schöpfend darauf hin, dass es nicht um die Frage der
Veränderung der Struktur der LehrerInnenausbildung gehe, sondern dass
vielmehr darüber nachgedacht werden sollte, wie "unfähige
LehrerInnen" von ihrem Berufswunsch abzubringen seien. Er widmete
sich der Frage nach den Fähigkeiten von LehrerInnen und nannte in
diesem Zusammenhang drei Kernkompetenzen, die Lehrpersonen für ihren
Beruf mitbringen sollten: Beziehungen stiften können, Stress
aushalten und kognitives Wissen besitzen. Ersteres sollte Stadler
zufolge bereits am Ende des zweiten Ausbildungssemesters überprüft
werden. Stadler machte auch darauf aufmerksam, dass in Österreich die
LehrerInnenausbildung und die Beurteilungen an den Universitäten sehr
unterschiedlich seien, sodass eine Mobilität der Auszubildenden im
Land nur sehr bedingt möglich ist. Abschließend sprach er sich für
eine Lehrbefähigungsprüfung nach zwei bis drei Jahren im Dienst aus,
um so mögliche "unfähige LehrerInnen" aus dem Klassenzimmer zu holen.
Schober: Akademisches Niveau für alle PädagogInnen
Barbara Schober ging zu Beginn ihrer Ausführungen auf empirische
Grundlagen ein, die den wichtigen Stellenwert des Kindergartens
belegen. Gezielte Frühförderung biete bessere Startbedingungen für
den Schuleinstieg, erhöhe Chancengleichheit und korreliere mit
besserem Schulerfolg von Kindern, so die Expertin. Die Qualität der
frühen Betreuungsstätten spiele hier eine besondere Rolle. Von
LehrerInnen würden hohe Kompetenzen erwartet, um kindzentriert
unterrichten zu können. Schober befürwortete eine Akademisierung der
Ausbildung von LehrerInnen. Ihrer Ansicht nach sollten alle
angehenden LehrerInnen auf akademischem Niveau mit Spezialisierungen
studieren. Sie forderte eine wissenschaftliche Grundhaltung, wenn es
um die LehrerInnenausbildung geht, und sprach sich für einen
Kompetenzkanon und konsequente Weiterbildungen von Lehrpersonen aus.
Außerdem forderte sie adäquate Rahmenbedingungen für die Ausbildung
der LehrerInnen und wünschte sich klare Verantwortlichkeiten von
Universitäten und Pädagogischen Hochschulen.
Härtel: Pädagogisches Ausbildungssystem in seiner Gesamtheit sehen
Peter Härtel trat dafür ein, von den bestehenden Stärken auszugehen,
und meinte, alles sei unter dem Aspekt des optimalen Unterrichts für
die Kinder und Jugendlichen zu sehen. Auch für Härtel stand außer
Streit, dass das pädagogische Ausbildungswesen in seiner Gesamtheit
gestaltet werden müsse. Vor allem aber habe es darum zu gehen, die
geeigneten Persönlichkeiten für den Lehrberuf anzuziehen und ihnen
dabei auch die Möglichkeit zur Weiterbildung anzubieten, unterstrich
er.
Schmied: Bezahlung des Lehrpersonals nach Funktionen
Bundesministerin Claudia Schmied rief dazu auf, den Konzepten nun
Taten folgen zu lassen. Jetzt gehe es an die Umsetzung und darum,
politische Schlüsse zu ziehen, sagte sie. Schmied erwartete sich
insbesondere klare Empfehlungen des Entwicklungsrates sowie eine
Liste der politisch notwendigen Entscheidungen, der Dienstgeber
wiederum müsse nun klare Definitionen der Anforderungen vorgeben.
Unabdingbar war für die Ministerin die Bezahlung des Lehrpersonals
nach Funktionen. Was die institutionelle Ebene betrifft, appellierte
sie dazu, Inhalt und Formen immer im "Sowohl-als-auch" zu betrachten.
Töchterle: Universitäten kommt zentrale Rolle zu
Bundesminister Karlheinz Töchterle ging ebenfalls von der
Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung aus, bei
der die Universitäten die zentrale Rolle einnehmen. Den Staat sah er
aufgerufen, die Rahmenbedingungen zu fixieren und in diesem Sinn die
hohe Ausbildungsqualität sicherzustellen, Curricula festzulegen und
für die Finanzierung zu sorgen. Alles andere sollte aber den
Institutionen überlassen werden. Töchterle plädierte insbesondere für
eine größere Autonomie der Schulen, denen es möglich sein sollte,
sich im Wettbewerb die besten LehrerInnen auszusuchen.
Akademisierung der Ausbildung im Mittelpunkt der Debatte
In der Debatte erkannte Abgeordnete Sonja Ablinger (S) einen breiten
Konsens in Richtung Aufwertung des Lehrberufs durch Akademisierung
und entsprechende Bezahlung. Wichtig war ihr überdies ein ständiger
Austausch zwischen Theorie und Praxis. Minister Töchterle hielt sie
entgegen, Qualität könne nicht durch Wettbewerb geschaffen werden,
vielmehr gehe es um ein gemeinsames Lernen. Anliegen ihres
Fraktionskollegen Erwin Sacher war eine bessere Ermöglichung des
Quereinstiegs in den Lehrberuf für Menschen mit anderen
Berufserfahrungen und Lebensrealitäten. Abgeordneter Erwin Preiner
(S) wies auf den Stellenwert der KindergärtnerInnenausbildung hin,
sprach sich für eine tertiäre Ausbildungsschiene aus und bemerkte
allgemein, es gelte, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit man die
besten Köpfe für den Lehrberuf gewinnen kann.
Abgeordnete Katharina Cortolezis-Schlager (V) ging von einem
Bildungskontinuum aus, das die Durchlässigkeit aller Altersstufen bei
der pädagogischen Ausbildung ermöglichen sollte. Mit Nachdruck hob
sie u.a. die Notwendigkeit der Autonomie der Institutionen und den
Stellenwert einer forschungsgeleiteten Lehre hervor. Abgeordneter
Werner Amon (V) präsentierte seine Vorstellungen unter den
Gesichtspunkten Akademisierung des Lehrberufs, fairer Wettbewerb und
hohe Qualität der Ausbildung, die, wie er sagte, nicht nur
Quereinstieg, sondern auch Querausstieg ermöglichen sollte.
Abgeordneter Harald Walser (G) rückte ebenfalls die Akademisierung
aller pädagogischen Berufe in den Mittelpunkt seiner Wortmeldung und
betonte, die Ausbildung sollte auf die Universitäten konzentriert
sein. Seine Fraktionskollegin Daniela Musiol pflichtete ihm bei und
untermauerte ihrerseits die Forderung, die Elementarpädagogik auf die
tertiäre Ebene zu heben.
Abgeordnete Ursula Haubner (B) hakte bei den Zugangsregelungen ein,
die es ihrer Meinung nach möglich machen sollten, von den gut
Geeigneten die Besten auszusuchen. Sie wünschte eine komplexe
Ausbildung vom Elementarbereich bis hin zu AHS und BHS in Form eines
durchlässigen Systems, das auch Anreize für QuereinsteigerInnen aus
der Wirtschaft bietet. Weiterbildung betrachtete Haubner zudem als
verpflichtend. Klar war für die Sprecherin des BZÖ allerdings, dass
die Frage der Ausbildung untrennbar verbunden ist mit dem neuen
Dienstrecht.
Konsens zur universitären Ausbildung aller PädagogInnen
Von Seiten der InitiatorInnen des Volksbegehrens wies Bildungsexperte
Bernd Schilcher darauf hin, dass durch eine Akademisierung und damit
Verwissenschaftlichung der Ausbildung sämtlicher PädagogInnen endlich
die Gleichwertigkeit aller pädagogischen Berufe klargestellt würde.
Allerdings dürfe mit der Fokussierung auf die theoretisch-
wissenschaftliche Pädagogikausbildung die emotionale Komponente im
Lehrberuf nicht vergessen werden.
Hannes Androsch machte als Bevollmächtigter des Volksbegehrens darauf
aufmerksam, dass die Regierung in Bildungsfragen stark von den
Haltungen der Bundesländer und Interessensvertretungen abhängig sei.
Im Sinne des Selbstverständnisses des Parlaments müssten gemeinsam
von den Regierungsparteien und der Opposition entsprechende
Beschlüsse und Vorgaben festgelegt werden, um die diskutierten
Maßnahmen umsetzen zu können. Erneut sprach sich Androsch angesichts
der gesellschaftlichen Wirklichkeit für die Einführung von
Ganztagsschulen aus.
Die Abschlussrunde der ExpertInnen zum Thema PädagogInnenbildung
eröffnete Andreas Schnider mit einem Plädoyer, den tertiären Bereich
der Pädagogikausbildung schrittweise auszubauen und die gesetzliche
Grundlage für regional entwickelte Studienangebote in dieser Hinsicht
zu schaffen. Für das spätestens 2017/18 angedachte
Supervisionsprogramm solle jetzt schon mit der Ausbildung geeigneter
MentorInnen begonnen werden, empfahl Schnider und beschrieb das
Zusammenfließen von Theorie und Praxis in der PädagogInnenbildung als
besonders bedeutend.
Arthur Mettinger befürwortete ebenso einen frühen Praxisbezug in der
Pädagogikausbildung und sah zudem die Möglichkeit, durch
erleichtertes Quereinsteigen in den Lehrberuf einen neuen Typ von
LehrerInnen zu schaffen, die bereits Erfahrungen aus anderen,
außerschulischen Berufsfeldern mitbringen. Außerdem müsste bereits
während des Pädagogikstudiums der Wert einer lebenslangen
Weiterbildung vermittelt werden.
Praxis sei ein wichtiger Faktor bei der Pädagogikausbildung, um gute
LehrerInnen zu erhalten, meinte auch Walter Stadler. Am Beispiel der
VolksschullehrerInnen verwies er allerdings darauf, dass Qualität im
Unterricht nur sichergestellt werde, wenn auch in den diversen
Fächern entsprechend kompetente Personen lehrend tätig sind.
Flankierende Maßnahmen zum neuen Ausbildungskonzept wie etwa bessere
Karrieremöglichkeiten wertete Barbara Schober als entscheidend für
ein Gelingen der Bildungsreform. In Bezug auf die Aus- und
Weiterbildung riet sie, Institutionen ins Leben zu rufen, die beides
anbieten, und ein Auswahlverfahren mit spezifischem
Anforderungsprofil zu schaffen.
Peter Härtel zeigte sich überzeugt, dass die effektivste Vorbereitung
auf einen Beruf das zeitgerechte, begleitete Kennenlernen des
jeweiligen Tätigkeitsfeldes darstellt. Zusätzlich hob er die
Bedeutung der Verbindung von Berufspraxis und wissenschaftlichem
Zugang hervor und plädierte für einheitliche Bildungsstandards, wie
sie etwa in Form der teilweisen Zentralmatura geplant sind, da diese
die Bildungsergebnisse objektivieren würden.
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle verdeutlichte seinen
Wettbewerbsgedanken zwischen ausbildenden Institutionen und Schulen
mit dem Bestreben, pädagogische Berufe dadurch aufzuwerten. Eine
Bereicherung für Schulen stellten zudem internationale
QuereinsteigerInnen in den Lehrberuf dar, bemerkte er und gab zu
bedenken, dass hochqualifizierte Fachleute mit ihrem souveränen
Auftreten oft den besten Zugang zu den SchülerInnen hätten.
Unterrichtsministerin Claudia Schmied merkte an, dass es zum Begriff
Wettbewerb in einem von öffentlichen Mitteln getragenen Bereich noch
Diskussionsbedarf gebe, es jedoch wichtig sei, bei der
PädagogInnenbildung das Professionsverständnisses zu vermitteln. Als
bedeutende Elemente in der Pädagogikbildung nannte sie Ausbildung,
Fortbildung, Forschung sowie die Begleitung der Schulen bei der
organisatorischen Entwicklung.
Stellungnahmen der MandatarInnen
Abgeordneter Franz Riepl (S) meinte, angesichts der laufenden
gesellschaftlichen Veränderungen seien Fort- und
Weiterbildungsangebote für das Lehrpersonal fast noch wichtiger als
die Grundausbildung, die gegebenenfalls entsprechend gekürzt werden
könnte. Ähnlich sah das seine Parteikollegin Rosa Lohfeyer (S), die
sich außerdem für einen erhöhten Praxisteil in der universitären
PädagogInnenbildung aussprach. Eine Dienstrechtsreform befand sie als
unabdingbar, schon um den zukünftigen Bedarf an PädagogInnen
abzudecken.
Mit einem adaptierten Dienstrecht könne zusätzlicher Anreiz für die
Pädagogikausbildung gegeben werden, glaubte auch Abgeordnete Anna
Franz (V). Zugangsregelungen zur pädagogischen Ausbildung und einen
fairen Wettbewerb zwischen Ausbildungsstätten und Schulen betonte sie
als essentielle Bestandteile im österreichischen Bildungssystem.
Franz-Joseph Huainigg (V) vermerkte, dass ein neues Lehrerdienstrecht
unbedingt Inklusion und Sonderpädagogik fixieren müsse. Dadurch
erhielten Österreichs Schulen LehrerInnen, die Fähigkeiten der
SchülerInnen individuell stärken und diese fördern könnten.
Bundesrätin Notburga Astleitner (V) regte an, JunglehrerInnen von
pensionierten Lehrkräften begleiten zu lassen beziehungsweise
Lehramtsstudierende bei Bedarf befristet an Schulen anzustellen.
Abgeordneter Walter Rosenkranz (F) plädierte ebenfalls für eine
begleitete Praxisausbildung von PädagogInnen noch vor Abschluss ihrer
Studien, wie es beispielsweise beim Medizinstudium bereits Usus ist.
Zum Schlagwort Bildungsgerechtigkeit merkte er an, dass auf Grund
individuell unterschiedlicher Fähigkeiten Ungleichheiten wohl
erhalten bleiben müssten.
Konsens bei Bildungsfragen sei nicht nur notwendig, sondern auch
politisch sinnvoll, betonte Abgeordneter Harald Walser (G).
Anknüpfend an Hannes Androsch appellierte er an die
Regierungsparteien, die Opposition in die Diskussion einzubinden und
keine geheimen Absprachen zu tätigen. Nur dadurch könnte die
Ausschussarbeit produktiv umgesetzt werden. Als skandalös bezeichnete
G-Mandatarin Helene Jarmer die österreichische Situation bezüglich
der geringen Ausbildungsanforderungen für den Unterricht in
Gebärdensprache. Die LehrerInnenausbildung neu müsse daher in diesem
Bereich unbedingt verpflichtende höhere Standards aufweisen.
Abgeordnete Ursula Haubner (B) sah eine konkrete Definition der
Tätigkeiten von LehrerInnen als entscheidendes Element im
pädagogischen Anforderungsprofil, durch das der Lehrberuf in Zukunft
attraktiver gemacht werden sollte. Mit einem Appell wandte sie sich
an alle Fraktionen, die Ergebnisse des Ausschusses gemeinsam in einem
Papier festzuhalten und nicht mit unterschiedlichen Anträgen in Frage
zu stellen.(Fortsetzung Besonderer Ausschuss)
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