- 04.05.2012, 09:54:32
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Internationaler Hebammentag - Bayr: Wir brauchen mehr Lebensretterinnen und Lebensretter
SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung betont die Wichtigkeit von Hebammen im ländlichen Raum
Wien (OTS/SK) - Zum Internationalen Hebammentag am 5. Mai erinnert
Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, an die
wichtige Arbeit der Geburtshelferinnen und -helfer in
Entwicklungsländern. "Vor allem in abgelegenen ländlichen Regionen,
in denen das nächste Krankenhaus nur schwer oder nicht zu erreichen
ist, sind professionelle Geburtshelferinnen und -helfer
lebenswichtig", betont Bayr. ****
Geburt und Schwangerschaft sind in einigen Regionen der Welt mit
einem hohen Risiko verbunden. Jeden Tag sterben etwa 1.000 Frauen an
Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. Acht
Millionen Frauen erleiden jedes Jahr laut Angaben der UNO
schwerwiegende Geburtsverletzungen, wie zum Beispiel Genitalfisteln.
"Genitalfisteln sind in vielen Gesellschaften ein weit verbreitetes
und dennoch unbekanntes Phänomen, von dem vor allem junge Frauen
betroffen sind. Kommt es nämlich bei einer Geburt zu Verzögerungen
und der noch nicht ausgewachsene Körper der Schwangeren kann den
Strapazen nicht standhalten, stirbt das Gewebe zwischen Vagina und
Blase und/oder zwischen Vagina und Darm ab. In der Folge tritt Urin
und/oder Stuhl aus den entstandenen Löchern im Gewebe unkontrolliert
aus. Neben den körperlichen Schmerzen leiden viele Frauen infolge der
Inkontinenz unter sozialer Exklusion", erläutert Bayr.
Letztes Jahr hat der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen,
UNFPA, einen Weltstatusbericht über Hebammen herausgegeben. Dieser
betont die Wichtigkeit von professionellen Geburtshelfern für die
Erreichung der Millenniumentwicklungsziele 4 (Senken der
Kindersterblichkeit) und 5 (Reduktion der Müttersterblichkeit) und
stellt einen akuten Mangel an Hebammen fest. "Gut ausgebildete
Hebammen können Todesfälle vermeiden. Es liegt im wahren Sinne des
Wortes oft in deren Hand, ob ein Neugeborenes oder eine gebärende
Frau den anstrengenden Prozess der Geburt überlebt", stellt Bayr fest
und führt weiter aus: "Es liegt aber nicht in der Hand der Hebammen,
ob diese überhaupt die Möglichkeit haben, eine fundierte Ausbildung
in der Geburtshilfe zu erhalten. Das ist die Verantwortung der
jeweiligen Gesundheitsminister. Sind diese wegen mangelnder
finanzieller Ressourcen oder lückenhafter Infrastruktur dazu nicht in
der Lage, müssen die reichen Staaten einspringen. Schließlich sind
wir, die reichen Staaten der Welt, internationale Verpflichtungen
eingegangen. Diese müssen wir auch einhalten."
Abschließend appelliert Bayr an Außenminister und Vizekanzler
Spindelegger, die international eingegangen Verpflichtungen
Österreichs ernstzunehmen "Für so ein reiches Land wie Österreich ist
es eine Schande, dass wir 2011 gerade einmal 0,27 Prozent des BNE für
Entwicklungszusammenarbeit (EZA) ausgeben haben. Wir sind Lichtjahre
von unserer Zusage, im Jahr 2015 0,7 Prozent des BNE für EZA
auszugeben, entfernt. Der Minister soll endlich zeigen, dass er es
ernst meint." (Schluss) bj/mp
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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