• 03.05.2012, 17:33:12
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TIROLER TAGESZEITUNG "Gastkommentar" vom 4. Mai 2012 von Josef Resch "Reformen, aber richtig!"

Innsbruck (OTS) - Bundeskanzler Faymann fordert eine
ORF-Gremienreform, spricht von Ineffizienz und wünscht eine radikale
Verkleinerung des Stiftungsrates. Die Bundesregierung möchte künftig
alleine entscheiden, den Einfluss der Bundesländer beenden. Der
Stiftungsrat reagiert gereizt. Einzelne sind mutiger und sprechen von
"Chuzpe". Für Insider ist ohnehin klar: Probleme im Gremium sind das
Produkt parteipolitischer Wünsche. Die Landeshauptleute sind
skeptisch und beharren auf Ländervertretern. Eine Schwächung der
Landesstudios wäre abzusehen, am Ende folgt deren Schließung.
Selbstverständlich ist es das Recht, ja die Pflicht der Politik, zu
entscheiden. Und die Anzahl der Stiftungsräte (35) ist nicht in Stein
gemeißelt. Gründlich diskutierte Reformen sind wichtig.
Aber bitte kein Ablenkungsmanöver!
Kandidaten sollen sich künftig einem Hearing stellen. Gut. Aber vor
wem? Vor Politikern? Dann sollten diese doch gleich selbst im Gremium
sitzen. Das wäre zumindest ehrlich. Warum auch nicht: Der 14-köpfige
Verwaltungsrat des ZDF umfasst ausschließlich Politiker, 5 davon sind
Ministerpräsidenten.
Hearing vor Fachleuten? Grandios. Schickt doch diese Fachleute in den
Stiftungsrat!
Die Zeit drängt. Erstens stehen wichtige Entscheidungen an
(Übersiedelung nach St.\x{2588}Marx) und zweitens könnte jemand auf die Idee
kommen, dass die Parteien auch selbst das Programm gestalten. An
geraden Tagen sendet die SPÖ, an ungeraden die ÖVP. Die Reform würde
sich dann erübrigen. Mangels Seherinnen und Sehern.

Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

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