• 29.04.2012, 10:19:38
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ÖGB-Kalliauer zum Tag der Arbeit

"Faire Einkommen und gesunde Arbeit sichern unseren Sozialstaat"

LINZ (OTS/ÖGB) - "Wenn am 1. Mai landauf, landab, das "Lied der
Arbeit" gesungen wird, dürfen wir nicht auf jene Menschen vergessen,
die sich im wahrsten Sinne des Wortes krankarbeiten", sagt
ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer anlässlich des Tages der
Arbeit. "Die oberösterreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
leisten hervorragende Arbeit, sie haben sich gute Arbeitsbedingungen
und eine gerechte Entlohnung verdient!" Kalliauer fordert
qualitätsvolle Arbeitsplätze, damit jene, die Arbeit erbringen, auch
gesund bleiben. "Den arbeitenden Menschen muss endlich netto mehr
Geld im Börsel bleiben", mahnt der ÖGB-Vorsitzende eine Korrektur der
Verteilungsschieflage ein.++++

Mehr Netto vom Brutto

Heimische Unternehmen freuen sich, wie gut die Krise gemeistert wurde
und präsentieren Rekordgewinne. Daran müssten auch jene, die mit
guter Arbeit diese Erfolge ermöglichen, einen gerechten Anteil
bekommen. "Die besten Lohnabschlüsse bringen aber nur wenig, solange
Arbeit zu hoch und Vermögen zu niedrig besteuert werden", stellt
Kalliauer klar. Es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, die Steuersätze
auf Arbeit zu senken und dafür einen gerechten Beitrag von
Vermögenden einzufordern. "Aus Vermögenssteuern holt sich der Staat
gerade einmal 1,4 Prozent seiner Steuereinnahmen, aber von den
ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen gut zwei Drittel, das ist eine
extreme Schieflage", berichtet Kalliauer.

Chancen auch mit 50+

Gesunde Arbeitsbedingungen in den heimischen Betrieben seien zentral
für das funktionieren unseres Sozialstaates. "Wer Menschen vorwirft,
sie gingen zu früh in Pension, muss sich die Frage gefallen lassen,
warum ältere Menschen am Arbeitsmarkt nicht gefragt sind", stellt
Kalliauer klar. Laut statistischem Handbuch der österreichischen
Sozialversicherung sind rund 70 Prozent der Männer und Frauen, die in
Invaliditätspension gehen, schon vorher krank oder arbeitslos. Aber
auch von jenen ArbeitnehmerInnen, die regulär in Alterspension gehen,
sind etwa 20 Prozent schon vorher ohne Job.

Betriebe in die Pflicht nehmen

"Solange ältere, arbeitslose Menschen, womöglich mit gesundheitlichen
Problemen, kaum im Arbeitsleben Fuß fassen können, ist jede Anhebung
des gesetzlichen Pensionsalters eine Nulllösung", sagt Kalliauer.
Vielmehr seien die Betriebe in die Verantwortung zu nehmen.
"Unternehmen, die nur die Jungen und Gesunden wollen, in denen aus
Profitgier die Arbeit ständig verdichtet und der Stress erhöht wird,
begehen einen Solidaritätsbruch. Sie verursachen der Allgemeinheit
hohe Kosten, weil sie Krankenstände und Frühpensionen produzieren."

Gesundheitsförderung statt Arbeitsverdichtung

Arbeitsverdichtung, Stress und Druck seien auch für viele junge
Menschen oft nur schwer zu bewältigen, wie die steigende Zahl
psychischer Erkrankungen zeige. "Statt eine Kampagne gegen angebliche
Krankfeierer zu fahren, sollte die Wirtschaftskammer lieber ihre
Mitglieder ermuntern, auf Gesundheitsförderung zu setzen", betont
Kalliauer.

Rückfragehinweis:
Maga. Carmen Janko
ÖGB Oberösterreich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mobil.: 0664/6145123
mailto: [email protected]

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