• 27.04.2012, 09:38:23
  • /
  • OTS0058 OTW0058

Eine Schlafstörung kommt selten alleine

Wien (OTS) - Rund zwei Millionen ÖsterreicherInnen leiden unter
Schlafstörungen. Nur etwa ein Drittel ist deswegen in Behandlung.
Dabei sollte sich jeder, der über einen Zeitraum von vier Wochen
drei- bis viermal wöchentlich schlecht schläft, untersuchen lassen,
da Schlafstörungen im Zusammenhang mit psychischen wie auch
physischen Erkrankungen stehen können. Das betonte Gerda
Saletu-Zyhlarz, Leiterin des Schlaflabors der Universitätsklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie der MedUni Wien, anlässlich der
Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und
Schlafforschung von 27. bis 29. April in Baden bei Wien.

Dabei geht es bei weitem nicht nur - aber auch - um das Phänomen der
Apnoe, also des Atemstillstands während des Schlafens. Zwei Drittel
aller Schlafstörungen sind nämlich seelisch bedingt. "Der Anteil der
psychischen Erkrankungen als Ursache einer Schlafstörung wird leider
oft nicht ausreichend beachtet", kritisiert Saletu-Zyhlarz "Dabei
gehen die meisten psychischen Erkrankung mit Schlafstörungen einher."

Jede dieser Erkrankungen weist ein charakteristisches
Schlafstörungs-Muster auf, das eine gezielte Behandlung ermöglicht.
Aber auch chronische organische Erkrankungen oder spezifische
organische Schlafstörungen wie schlafbezogene Atmungsstörungen,
nächtliche Bewegungsstörungen wie periodische Beinbewegungen und
"Restless legs", nächtliche Verhaltensstörungen (Parasomnien),
Schlaf-Wach-Rhythmus-Verschiebungen können die Ursache von gestörtem
Schlaf sein und ihrerseits psychische und organische
Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Sowohl Angststörungen oder
Depressionen, aber auch erhöhte Infektanfälligkeit,
Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Herz-Kreislauf- oder vaskuläre
Erkrankungen können die Folgen sein.

Schlafstörungen sind ein komplexes Geschehen, nichtorganische und
organische Schlafstörungen treten häufig gemeinsam auf und können
sich gegenseitig beeinflussen und aufrecht erhalten.

Daher sei es ratsam, Schlafstörungen ernst zu nehmen und adäquat
untersuchen zu lassen. Saletu-Zyhlarz:." Die adäquate Behandlung
gestaltet sich dann im optimalen Fall interdisziplinär. Denn je nach
zugrunde liegender Schlafstörung und spezifischem
Schlafstörungs-Muster können unterschiedliche medikamentöse oder
interventionelle Therapien aus den Bereichen der Psychiatrie, der
Psychologie und Psychotherapie, der Neurologie, der Pulmologie, der
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Zahnmedizin oder der Kinderheilkunde
erforderlich sein."

Service: 20. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für
Schlafmedizin und Schlafforschung (ÖGSM) von 27. - 29. April 2012 im
Grand Hotel Sauerhof, 2500 Baden. Thema "Schlaf & Komorbidität".
Infos und Anmeldung unter: www.asra2012.at

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MEU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel