• 26.04.2012, 09:01:02
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Bayr: Starke Frauen, schwach gemacht

"femmes globales" zur Situation von Frauen in der Volksgruppe der Roma

Wien (OTS/SK) - "Frauen wie Ceija Stojka haben den Holocaust
überlebt, weil sie starke Frauen sind. Und doch hat man immer
versucht, Frauen aus der Volksgruppe der Roma schwach zu machen",
sagt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung,
anlässlich einer Veranstaltung zur Situation der Romni im Rahmen der
Reihe "femmes globales", die heute Abend im ega stattfindet. "Die
Marginalisierung wirkt sich direkt auf das Leben der Frauen aus,
verringert ihre Bildungschancen, erschwert ihren Zugang zum
Arbeitsmarkt, aber auch zum Gesundheitssystem und zu Sozialleistungen
und sie hindert ihre politische Partizipation", beschreibt Bayr die
Situation vieler Romni. ****

"Mit dem furchtbaren Rohrbombenattentat in Oberwart im Februar 1995,
das dezidiert gegen die Volksgruppe der Roma gerichtet war, gelangte
die Volksgruppe der Roma sowie ihre Benachteiligung in Sachen
Bildung, Arbeitsmarkt und Wohnraum erst in das breite österreichische
politische Bewusstsein", so Bayr, die bedauert, dass es erst vier
Opfer eines Mordes geben musste, bevor es zu Fördermaßnahmen kam. Es
folgte eine Reihe von Anstrengungen in Richtung Armutsbekämpfung,
Bildung und Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Wohnraum. Die Rolle von
Frauen war dabei oft untergeordnet, "und das, obwohl klar ist, dass
Romafrauen oft von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind: aufgrund
ihrer Volksgruppenzugehörigkeit, des Geschlechts und der sozialen
Stellung. Auch innerhalb der Volksgruppe geschieht die
Auseinandersetzung mit Geschlechterstereotypen nur sehr zögerlich",
kritisiert Bayr. Es ist politisch also noch viel zu tun, um die reale
Alltagssituation von Romafrauen zu verbessern.

Roma und Sinti sind in ganz Europa von Diskriminierung, aber auch von
Rassismus betroffen. Eng damit verknüpft ist das Risiko, in Armut zu
leben, besonders viele Kinder zu bekommen und eine deutlich
niedrigere Lebenserwartung zu haben. Besonders trist sieht die
Situation von Romni beispielsweise in Tschechien aus, wo
Zwangssterilisationen dokumentiert sind. "Betroffene Frauen kämpfen
dort um Entschädigungen, aber haben bisher nicht einmal eine
Entschuldigung bekommen!", bezieht sich Bayr auf einen Bericht des
Ombudsmanns der tschechischen Republik. Auch in Mazedonien werden
Roma diskriminiert, sie gehören zur ärmsten Gesellschaftsschicht.
Rund die Hälfte der Frauen haben keine Grundschulausbildung, daher
wesentlich schlechteren Zugang zu Arbeit und weniger Chancen im
Leben. "Auch innerhalb der Romagemeinde kommt es zu Diskriminierungen
von Frauen und zu häuslicher Gewalt, an der oft Tradition, Kultur und
Rollenzuschreibungen schuld sind. Gerade dann wären Behörden, an die
sich die Frauen wenden können, besonders wichtig", ist Bayr überzeugt
und weiß aber im Gegenteil von Frauen, die dort ein weiteres Mal
Opfer von rassistischen Übergriffen durch Polizeibeamte werden.

"Die Roma. Selbst- und Fremdbilder einer Volksgruppe"

Heute Abend um 18:30 Uhr im ega: frauen im zentrum, Windmühlgasse 26,
1060 Wien

Begrüßung: Petra Bayr - SPÖ-Bereichssprecherin für globale
Entwicklung

Vorträge von:
Mimmi Demitri von Pezold - Ethnologin
Ljiljana Lukic - Verein Vida Pavlovic

Moderation: Gilda Horvath - Journalistin

(Schluss) bj

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

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