- 26.04.2012, 09:01:02
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Bayr ruft am Südafrikanischen Nationalfeiertag zu einer engeren Kooperation auf
Restitution von Leichenteilen wichtiger Schritt in der Aufarbeitung von Fehlern nach Kolonialmanier
Wien (OTS/SK) - Der Nationaltag am 27. April gedenkt der ersten
freien Wahlen in Südafrika. Nachdem das Regime der Apartheid beendet
werden konnte, wurde Nelson Mandela nach 27 Jahren in Gefangenschaft
zum ersten schwarzen Präsident des Landes gewählt. "Diese Entwicklung
war nicht nur für Südafrika ein Meilenstein. Der 27. April 1994 ist
für die gesamte internationale Gemeinschaft von großer Bedeutung",
stellt Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung,
fest. ****
Die politischen Beziehungen zwischen Österreich und Südafrika haben
in den letzten Tagen einen kräftigen Schub erhalten. Nach jahrelangen
Verhandlungen konnten endlich Altlasten kolonialer Praktiken
beseitigt werden. "Ich begrüße, dass die Gebeine des Ehepaares Klaas
und Trooi Pienaar endlich in ihre Heimat überstellt werden konnten.
In Südafrika können die sterblichen Überreste nun nach den
entsprechenden Riten beigesetzt werden", führt Bayr aus. Die
Leichname wurden 1909 von dem österreichischen Ethnologen Rudolf Pöch
im Zuge seiner Forschungen unrechtmäßig nach Österreich-Ungarn
überstellt. Proteste der südafrikanischen Angehörigen wurden nach
Kolonialmanier übergangen. "Dieser Eingriff war eine massive
Menschenrechtsverletzung, die nicht wieder gut zu machen ist. Die
Überstellung der Gebeine an den Herkunftsort ist das Mindeste", führt
Bayr weiter aus.
In diesem Zusammenhang unterstreicht Bayr die Südafrikanische
Forderung nach einem Kulturabkommen mit Österreich: "Eine Verstärkung
der sehr schmalen Kooperation mit Südafrika ist meiner Ansicht nach
wünschenswert. In enger Kooperation könnte etwa der Frage
nachgegangen werden, ob noch weitere Leichen unrechtmäßig in
österreichischen Kellern liegen. Diese könnten dann rascher an
Südafrika übergeben werden. Die Restitution der sterblichen Überreste
des südafrikanischen Ehepaars könnte so den Grundstein für eine
Kooperation legen, in der sich Österreich seiner Vergangenheit
stellt. Dies wäre ein Zeichen zur Aufarbeitung von begangenen Fehlern
und würde von einer gewissen Größe Österreichs zeugen", stellt Bayr
fest. (Schluss) up/mp
Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
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